Endgame - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Endgame

    Endgame


    Land/Jahr:
    GB 2009
    Genre:
    Politthriller
    Regie:
    Pete Travis
    Darsteller:
    William Hurt
    Chiwetel Ejiofor
    Jonny Lee Miller
    Mark Strong
    Amelia Bullmore
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    109 Minuten
    Kaufstart:
    19. März 2010
    Label:
    S.A.D.


    Südafrika, 1985: Noch immer gibt es keine Freiheit für die schwarze Bevölkerung. Noch immer werden die Menschen unterdrückt und der Rassismus gestärkt. Ganz besonders deshalb, weil der weiße Präsident Botha an seiner Macht festhält und nicht bereit ist, mit der vermeintlichen Terrororganisation ANC in demokratische Verhandlungen zu treten. Die ANC glaubt sich unterdessen im Recht, kämpfen sie schließlich für die Freiheit der schwarzen Bevölkerung und gegen die Apartheid – wenn auch mit heftiger Waffengewalt. Als die Gewalt und Anschläge allerdings allmählich überhand gewinnen und die Apartheid zu bröckeln beginnt, nutzt ein britischer Unternehmer die Gelegenheit, beide Parteien an einen Tisch zu bringen. Er hat dabei natürlich auch wirtschaftliche Interessen für sein Unternehmen, welches die Verhandlungen finanziell unterstützt, doch als es ihm gelingt den Anführer der ANC mit Vertretern der Regierung in Gespräche zu verwickeln, scheinen die Türen für ein Ende der Apartheid und die Freilassung von Nelson Mandela allmählich offen zu stehen.

    Kritik:
    Der Rassismus in Südafrika und die Geschichte um Nelson Mandela sind bekanntlich gerne Themen von spannenden Politdramen. Meist dreht es sich dabei tatsächlich um genannte Person, oder aber um die ausufernde Gewalt in den Ghettos von Südafrika. Dass jedoch ein Film von den Gesprächen zwischen der Organisation ANC und der Regierung handelt, dürfte etwas gänzlich Neues darstellen. Besonders dann, wenn selbiger fast ausschließlich hiervon handelt. „Endgame“ beschäftigt sich nämlich mit einer Story, die zum Ende der Apartheid führen soll. Während Nelson Mandela noch immer im Gefängnis sitzt und die ANC für seine Freilassung kämpft, finden in geheimem Rahmen, Gespräche zwischen ANC und der Regierung statt – ganz zum Vorteil eines kommerziellen Unternehmens, welches die Gespräche sponsert. Wenn wir sogar in der Realität immer wieder von geheimen Regierungsabsprachen mit Wirtschaftsunternehmen hören, wirkt diese Story natürlich umso interessanter. Oder mit anderen Worten: „Endgame“ ist ein wahres Storymonster für besonders politisch interessierte Zuschauer, die sich dementsprechend auch ein wenig mit Politik und Geschichte auskennen. Diese bekommen nämlich eine Geschichte völlig jenseits des Mainstreams geboten, die sie intellektuell sicherlich ansprechen wird. Obendrein bietet „Endgame“ auch noch die passende Agententhriller-Atmosphäre, sodass die Tatsache, dass ein britischer Unternehmer hier nicht nur die Hauptrolle übernommen hat, sondern auch noch grundsätzlich verdeckt im Untergrund arbeiten muss, umso spannender in Erscheinung tritt. Immer wieder muss er seine Handlungen geheim halten und läuft Gefahr, von einer Autobombe erwischt zu werden. Ganz zu schweigen davon, dass er scheinbar ständig unter Beobachtung steht. Passend hierzu hat „Endgame“ natürlich einen packend-treibenden Soundtrack zu bieten, der die jeweiligen Szenen entsprechend unterstützt. Interessant ist dann allerdings außerdem, wie sich die diplomatischen Gespräche zwischen den Drahtziehern der jeweiligen Parteien auf das alltägliche Leben in Südafrika auswirkt. Die ANC hat hier ihre abtrünnigen Gruppierungen längst nicht mehr alle im Griff und nur die Zustimmung zu einem demokratischen Prozess seitens der südafrikanischen Regierung scheint die Lage zu beruhigen, die Apartheid zu besiegen und die Terroranschläge zu reduzieren – abgesehen von dem Problem, dass ein demokratischer Prozess von einigen ANC-Mitgliedern möglicherweise als Verrat angesehen wird. Interessanterweise ist Nelson Mandela in diesem Film allerdings eher nebensächlich, denn in erster Linie geht es hier um dessen Nachfolger, zu Zeiten, als er selbst noch mit gewalttätigen Methoden versucht, die Apartheid zu besiegen. So ist „Endgame“ also auch ein Film, der größtenteils auf Action verzichtet und sich lieber auf die vielen intelligenten politischen Diskussionen konzentriert – also ein Film bestehend aus Diplomatie. Für manche Zuschauer, die es eher auf Action, als auf intellektuellen Anspruch absehen, mag „Endgame“ daher vermutlich auch stellenweise langweilig erscheinen. Dem Rest könnte der Film aber hervorragend gefallen.

    Fazit:
    Intelligenter Politthriller über Gespräche zwischen der südafrikanischen Regierung und der ANC, sowie dem nahenden Ende der Apartheid aus Sicht der politischen Beteiligten. Spannend, packend und intellektuell anspruchsvoll.