Elysium - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Elysium

    Elysium


    Land/Jahr:
    USA 2013
    Genre:
    Science-Fiction
    Regie:
    Neill Blomkamp
    Darsteller:
    Matt Damon
    Jodie Foster
    Sharlto Copley
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    109 Minuten
    Kaufstart:
    17. Dezember 2013
    Label:
    Sony Pictures


    Im Jahre 2154 ist die Erde fast völlig verwüstet. Um jedoch den bisher hohen Lebensstil aufrecht zu erhalten, haben die Reichen eine luxuriös ausgestattete Raumstation im Orbit des Planeten gebaut, in der Todesfälle und Krankheiten praktisch vollständig beseitigt werden. Doch leben kann dort nur, wer es sich wirklich leisten kann und das sind bereits seit Generationen die gleichen Menschen. Die arme Bevölkerung muss sich unterdessen auf der Erde mit schlechter Luft, einem hohen Krankheitsaufkommen und katastrophalen Arbeitsbedingungen anfreunden. Bis aufs letzte Hemd wird die Bevölkerung dort von den Unternehmen der Reichen ausgebeutet und unter gefährlichsten Bedingungen beschäftigt. Eine Null-Toleranz-Grenze sorgt unterdessen dafür, dass es unter den Menschen keinen Aufstand gibt, während militärische Abwehrmaßnahmen mögliche Flüchtlinge bereits vor dem Eintreffen auf der Raumstation Elysium eliminieren. Als jedoch Max während seiner Arbeit einer hohen radioaktiven Strahlenbelastung ausgesetzt wird und plötzlich nur noch fünf Tage zu leben hat, setzt er alles daran, auf die Raumstation zu gelangen und der gesellschaftlichen Schere ein Ende zu setzen. Ein riskantes Unterfangen, bei dem er den Lauf der Geschichte beeinflussen könnte…

    Kritik:
    Und der nächste Science-Fiction-Film: Nach einigen Hollywood-Produktionen im Jahre 2013, wie etwa „Gravity“, „After Earth“ und „Oblivion“ reicht sich nun auch „Elysium“ in die Reihe der visuell überaus aufwändigen Streifen ein, die den Zuschauer vor den Bildschirm fesseln soll. Mit Matt Damon in der Hauptrolle bekommen wir dabei sogar eine recht tiefgründige Story geboten.

    Niemand hat die Absicht…
    eine Mauer zu errichten. Das sagen bereits seit Generationen unsere Politiker, seitdem einst die Mauer zur Deutsch-Demokratischen Republik eingerissen wurde. Doch dass eine Raumstation keine solche Mauer als Hürde benötigt, sollte jedem schnell klar sein. „Elysium“ denkt daher die gesellschaftliche Entwicklung etwas weiter und formt im Jahre 2154 eine Zweiklassengesellschaft in Reinform. Komplett getrennt lebt die arme und „sozial schwache“ Bevölkerung auf dem völlig verwüsteten Planet Erde, während sich die Superreichen auf einer Raumstation in vollkommenem Luxus vom Abschaum des Planeten abgrenzen wollen. Kampfroboter sorgen dafür, dass sich die Bevölkerung an die strikten Vorgaben halten, Arbeit wird zum einzigen Sinn des Lebens und die orbitale Raumstation darf unter keinen Umständen von der armen Bevölkerung betreten werden. Das ist überaus tiefgründige Gesellschaftskritik, die wir in einem solchen visuell aufregenden Hollywood-Blockbuster keineswegs erwartet hätten. Doch macht er uns zugleich klar, dass Technik allein nichts Schlechtes ist, sondern nur richtig eingesetzt werden muss – und dass wir den Anfängen einer Ausbeutung durch Bonzen und der Totalen Überwachung unbedingt entgegen wirken sollten. Spannend, ohne dem Zuschauer einen ausgestreckten Zeigefinger vor die Nase zu halten.

    Schönheit der Technik
    Natürlich kommt ein solcher Streifen keineswegs ohne knallharte Actionszenen aus. Ausgestattet mit einem kraftvoll überlegenden Exoskelet ist Matt Damon schnell körperlich seinen Mitmenschen überlegen und versucht auf diese Weise, selbst den Kampfrobotern den Kampf anzusagen. Das mag zwar in mancher Szene etwas überdreht und unrealistisch erscheinen, ist aber die einzige Möglichkeit, das Durchdringen einer unsichtbaren und nahezu unüberwindbaren Hürde glaubwürdig zu gestalten. Denn wenn die Superreichen als Einzige, Zugang zu Robotern, Militärtechnik und Abwehrsystemen haben, muss ein anderer Weg gefunden werden, um die Hindernisse zu überwinden. Entsprechende Action ist damit schnell angesagt, die sowohl zahlreiche Nahkämpfe, als auch Schießereien zu bieten hat. An der Spannung hapert es aber niemals, denn „Elysium“ fesselt bis zum Schluss, zumal das Überwinden so mancher Hürde überaus nervenzerreißend inszeniert wurde. Die hochwertigen visuellen Effekte, welche vor allem bei der Gestaltung der Raumstation zur Geltung kommen, lassen den Zuschauer darüber hinaus manches Mal richtig staunen. Man merkt, „Elysium“ ist ein Science-Fiction-Film mit hohem Budget – das zahlt sich aus.

    Ein junger Matt Damon
    Bei der Maske hat man sich darüber hinaus ebenfalls sehr viel Mühe gegeben. Matt Damon wirkt mit seinem Exoskelet nämlich nicht nur überlegen, sondern auch noch ziemlich jung. Dass er bereits über 40 Jahre auf dem Buckel hat, mag man ihm in „Elysium“ kaum ansehen. Er scheint für einen derart actionlastigen SF-Film eine richtige Optimalbesetzung und beweist uns, dass er auch in diesem Alter noch immer bestens trainiert und top fit ist. In den Actionszenen kann er das ebenso unter Beweis stellen, wie in den emotionalen Szenen mit seiner vermeintlichen Freundin. Dennoch hätte man die Beziehungsgeschichte ebenso noch ausbauen können, wie ein wenig mehr Tiefgang in die Gesellschaftskritik einzubauen. Denn in so manchen Momenten gerät die Action doch etwas zu sehr in den Vordergrund, während wir uns doch ein paar mehr prägende Momente gewünscht hätten. Die absolut geniale Idee hinter diesem Streifen, macht ihn aber dennoch zu einem Pflichtfilm für Science-Fiction-Fans. Unbedingt ansehen!

    Fazit:
    Matt Damon entführt uns mit einer Glanzleistung in einen gesellschaftskritischen und visuell eindrucksvollen Science-Fiction-Film, der uns eine Zweiklassen-Gesellschaft in Reinform präsentiert. Dieser Film gehört definitiv in jedes Regal.