Elephant White - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Elephant White

    Elephant White


    Land/Jahr:
    USA 2011
    Genre:
    Action
    Regie:
    Prachya Pinkaew
    Darsteller:
    Kevin Bacon
    Djimon Hounsou
    Ron Smoorenburg
    FSK:
    ab 18 Jahren
    Dauer:
    87 Minuten
    Kaufstart:
    21. Oktober 2011
    Label:
    Koch Media


    Das ferne Thailand ist bekannt für seine Prostitution und den stark kritisierten Sex-Tourismus. Doch ausgerechnet in diesem Land versucht Auftragskiller Church sein Geld zu verdienen, in dem er sich von den reichen Männern des Landes anheuern lässt. Auch der Geschäftsmann und Anführer einer skrupellosen Gang nutzt da die Gelegenheit, seine entführte Tochter aus den Fängen einer verfeindeten Gang befreien und all deren Mitglieder von Church ermorden zu lassen. Doch während ein hübsches drogenabhängiges Girl seinen Job gefährdet, findet Church schon bald heraus, dass er lediglich als Kanonenfutter für den Gangsterboss dient…

    Kritik:
    Action-Fans lieben die spannenden Geschichten eines Auftragskillers. Umso besser also, dass ein Schwarzer in Thailand eine besonders gute Figur abliefert, wenn er mit zahlreichen Waffen und eher ruhigem Gemüt jeden noch so überlegenden Feind aus dem Hinterhalt erledigt. Da kann man sich sogar mit dem scheinbar positiven Charakter identifizieren, wenn er nicht nur für Geld arbeitet, sondern auch noch um sein Gewissen zu erleichtern, in dem er unschuldige drogenabhängige Mädchen aus der Zwangsprostitution befreit. Eine spannende Geschichte…

    Sniper goes Asia
    Natürlich sollte angesichts dessen klar sein, dass „Elephant White“ nicht etwa von Elefanten handelt – zumindest nicht wirklich, obwohl wir durchaus welche zu sehen bekommen -, sondern ein waschechter Actionfilm mit rasanten, spektakulären und knallharten Szenen ist. Sehr spannend beginnen da die Erlebnisse des Killers, wenn er ganz ruhig und aus einem Versteck heraus mit dem teilweise selbst zusammengebastelten Scharfschützengewehr auf seine Gegner zielt und dabei nahezu unbemerkt jeden Feind niederschießt. Der sowieso schon muskulöse und starke Farbige macht dabei einen wahrlich überlegenden und beinahe unbesiegbaren Eindruck, durch den sein Ego auch beim Zuschauer schnell ankommt. Er ist da ein wahrer Actionheld, der selbst mit Größen wie Bruce Willis oder Jason Statham mithalten könnte – stets ruhig, souverän und diskret, aber mit viel Schweiß stets schnell am Abzug und nicht ganz ohne Gewissen. Besonders seine ruhige Art, während er schweißgebadet in einer Extremsituation hockt, macht ihn da zu einem sympathischen Helden.

    Mit Kevin Bacon in Bedrängnis
    Doch „Elephant White“ kann durchaus auch anders, denn nicht in jeder Situation reicht es aus, sich ungesehen über andere Menschen herzumachen – das wäre ja auch sonst viel zu langweilig. Da kommt es dann zwangsläufig, dass unser Held auch einmal gesehen wird und prompt in Bedrängnis gerät. Aus überlegender Scharfschützen-Action kann da also ein heftiger, knallharter Nahkampf mit vollem Körpereinsatz werden, aber zugleich auch eine packende Flucht vor dem überzähligen Feind. Rasante und turbulente Szenen kommen dabei zustande, die den Zuschauer einfach zu jedem Zeitpunkt fesseln und überraschend gut mitreißen. Eine gute Figur liefert daneben aber auch sein Komplize und Waffenhändler, gespielt von Kevin Bacon ab, der wohl seit „Wild Things“ endlich wieder eine richtig herausragende Rolle ergattern konnte. Er spielt schließlich nicht immer mit offenen Karten, kann aber mit seiner Skrupellosigkeit und den genialen, teils ironisch-humorvollen Dialogen jederzeit begeistern und dem Hauptdarsteller in diversen Szenen sogar ein wenig die Show stehlen. Man sieht also ganz deutlich, dass Kevin Bacon schon viel Erfahrung im Filmgeschäft hat und gerade Actionrollen sowieso bestens verkörpern kann. Ein wenig schade ist da eher, dass die brisante Geschichte um Zwangsprostitution und Menschenhandel lediglich als Mittel zum Zweck eines Kampfes zwischen verfeindeten Gangs verwendet wird. Ein richtiger Tiefgang um die katastrophalen Verhältnisse der jungen minderjährigen Mädchen kommt da nicht zustande, da es sich eben doch um einen waschechten und schnörkellosen Actionfilm, statt um einen Thriller mit Behandlung eines heiklen Themas handelt.

    Fazit:
    Der Auftragskiller-Part von „Elephant White“ kann mit seiner knallharten Action, seinen perfekt choreographierten Moves und vor allem mit Kevin Bacon in der Rolle als Waffenhändler herausragend überzeugen. Leider kommt allerdings die Story um die Kinderprostitution beim spannenden Krieg der Gangs ein wenig zu kurz.