Downsizing - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Downsizing

    Downsizing


    Land/Jahr:
    USA 2017
    Genre:
    Science-Fiction
    Regie:
    Alexander Payne
    Darsteller:
    Matt Damon
    Kirsten Wiig
    Christoph Waltz
    Hong Chau
    FSK:
    ab 0 Jahren
    Dauer:
    136 Minuten
    Kaufstart:
    31. Mai 2018
    Label:
    Paramount

    Durch den exzessiven Ressourcenverbrauch sind die Reserven des Planeten beinahe erschöpft. Das Ende der Menschheit scheint auf langfristige Sicht unabwendbar. Genau zum scheinbar richtigen Zeitpunkt gelingt einigen Wissenschaftlern allerdings eine bahnbrechende Entdeckung: Sie finden ein Mittel, um organisches Material auf eine Miniaturgröße schrumpfen zu lassen. Die verrückte Idee also: Man schrumpft einfach die Menschen, um den Ressourcenverbrauch deutlich zu verringern. So benötigen die Menschen weniger Essen, produzieren weniger Müll und verschmutzen folglich auch den Planeten weniger. Einziger Haken: Die Reduzierung der Körpergröße lässt sich anschließend nicht mehr rückgängig machen. Doch dafür reizt das enorme Vermögen zahlreiche Freiwillige: Durch den geringeren Bedarf, sinken auch die Kosten dramatisch – und in den Siedlungen der „Kleinen“ sind fortan alle reich. Da kommt auch Paul Safranek auf die etwas verrückte Idee, sich ebenfalls – gemeinsam mit seiner Frau – schrumpfen zu lassen. Doch kaum in der Welt der Kleinen angelangt, muss der kurzerhand feststellen, dass seine Frau einen Rückzieher gemacht hat…

    Kritik:
    Klimawandel, Umweltverschmutzung und viel zu großer Ressourcenverbrauch sind jene Themen, die die Menschheit heute bewegen. Auch in der Realität sucht man seit Jahren nach bahnbrechenden Lösungen, um die Erde noch einmal auf den richtigen Weg zu bringen. Die Science-Fiction-Satire von Regisseur Alexander Payne hat sich dafür allerdings eine recht skurrile Methode ausgedacht.

    Schrumpfen gegen den Klimawandel
    Man muss schon zugeben: Die Idee des Films ist gleichermaßen abstrus, wie genial. Um den Planeten zu retten, lässt man einfach die gesamte Menschheit nach und nach auf eine Größe von wenigen Zentimetern schrumpfen und senkt damit unter anderem ihre Müllproduktion. Was einerseits ein bisschen verrückt klingt, sieht andererseits aber auch optisch ansprechend und wirkt auch anhand seiner Bilder ziemlich skurril: In „Downsizing“ leben die normal großen Menschen und die „Kleinen“ plötzlich Seite an Seite. Da werden die großen Verwandten in einem Tragebehälter besucht, bekommt im Bus eigene Sitzplätze für Winzlinge und selbst Zigarren produziert man plötzlich in Miniaturgröße, damit auch die Geschrumpften noch von den Genussmitteln profitieren können. Insgesamt entwickelt „Downsizing“ dabei schon recht wahnwitzige Bilder, die aber gerade deshalb so grandios sind.

    Fortschritt mit Lücken
    Eigentlich kann die Geschichte den Science-Fiction-Fan durchaus schnell begeistern, wären da nicht die kleineren Logikfehler, die sich im Verlauf des Films immer wieder präsentieren. Dass Bedrohungen etwa gänzlich ausbleiben, obwohl Insekten – theoretisch – jetzt viel größer sein müssten, als die geschrumpften Menschen – geschenkt. Dass man eine komplette Infrastruktur in den Siedlungen herstellt, Bürogebäude und Kamerateams inklusive, es aber nicht schafft, ausreichend medizinisches Personal in den abgelegenen Gegenden sicherzustellen – geschenkt. Und dass sogar Ghettos entstehen können, obwohl selbst das Geld der Ärmsten plötzlich ein Vielfaches mehr wert ist – wen kümmert das schon, solange es für eine klischeehafte, gesellschaftskritische und antikapitalistische Story reicht. Doch Fakt ist: Wenn man bei „Downsizing“ ein bisschen mitdenkt, stellt man an so einigen Stellen fest, dass der Streifen irgendwie nicht gänzlich durchdacht zu sein scheint.

    Gegenwart in der Zukunft
    Trotzdem macht der Film zugleich auch einiges richtig, weil er sich an einem typischen, seit Jahrzehnten bewährten Muster des Genres orientiert: Er verfrachtet aktuelle gesellschaftliche Themen und Probleme in ein Zukunftsszenario, um auch einen warnenden Effekt für den Zuschauer zu haben und gerade deshalb mit seinem Unterhaltungswert zu fesseln. Das hat schließlich sogar „Raumschiff Enterprise“ in den 60iger Jahren schon gemacht, als es Themen wie den Kalten Krieg aufgriff und in eine futuristische Welt versetzte. Gerade an einer solchen Stelle wird es allerdings schade, dass auch „Downsizing“ früher oder später auf eine klischeehafte Romanze setzt, um den Zuschauer mit einer Lovestory emotional an den Bildschirm zu fesseln. Matt Damon und Hong Chau geben dabei aber ein derartig süßes Paar ab, dass wir dem Streifen das unterm Strich nicht einmal übel nehmen.

    Fazit:
    Der innovative Science-Fiction-Hit punktet mit einer skurrilen und satirisch anmutenden Idee und präsentiert seine Kritik am Kapitalismus dadurch auf besonders unterhaltsame Weise. Schade ist lediglich, dass zahlreiche Logiklöcher dem Film jenes Potential rauben, das ihn zu einem Meisterwerk hätte machen können und eine durchdachte Handlung so manchem Klischee weichen musste.

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