District 9 - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    District 9

    District 9


    Land/Jahr:
    USA 2009
    Genre:
    Science-Fiction
    Regie:
    Neill Blomkamp
    Darsteller:
    Sharlto Copley
    Jason Cope
    Nathalie Boltt
    Sylvaine Strike
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    108 Minuten
    Kaufstart:
    8. April 2010
    Label:
    Sony Pictures



    Johannesburg: Niemand hätte damit gerechnet, was in letzter Zeit geschah. Ein Raumschiff stoppte plötzlich genau über der Stadt und verschwand seitdem nicht wieder. Als die Menschen dann zum ersten Mal das Schiff betreten, stellen sie erstaunt fest, dass das Schiff nicht mehr funktionsfähig ist und die Aliens offensichtlich stark unterernährt sind. So errichten sie also einen sogenannten „District 9“ direkt unterhalb des Schiffes, um diesen als Interventionszentrum zu nutzen und den Außerirdischen zu helfen. Doch schon bald entwickelten sie sich zu einem großen sozialen Problem, denn aus „District 9“ wurde ein Slum, in dem die Aliens enorme Kosten verursachen. Also müssen die Aliens an einen anderen, weniger komfortablen, aber günstigeren Ort gebracht werden, was denen natürlich gar nicht gefällt. Als Gegenmaßnahme haben sie eine Flüssigkeit entwickelt, mit der sie ein unterirdisches Flugobjekt in Gang setzen können, um damit zurück in ihr Raumschiff zu fliegen. Doch diese Flüssigkeit verwandelt zugleich alle Menschen, die damit in Berührung kommen, ebenfalls in Aliens – und ausgerechnet MNU-Mitarbeiter Van de Merwe bekommt diese ab. Als dieser sich dann auch noch zu verwandeln beginnt, versucht der größte Waffenhersteller der Welt, MNU, den größtmöglichen Nutzen daraus zu ziehen und schreckt auch nicht vor Folter zurück. Da zögert Van de Merwe natürlich nicht lange und flieht, um fortan Unterschlupf bei den Aliens zu suchen. Gemeinsam wollen sie nun die MNU bekämpfen und dann von der Erde verschwinden…

    Kritik:
    Eigentlich ist es tatsächlich nur ein Glücksfall, dass der hervorragende Science-Fiction-Streifen „District 9“ von Peter Jackson gedreht wurde. Damals war es nämlich ursprünglich geplant, dass Jackson die Inszenierung der Videospielverfilmung „Halo“ übernehmen sollte. Doch dazu kam es nicht, sodass er sich fortan der Produktion von „District 9“ annehmen konnte. Im Gegensatz zu seinen früheren Filmen bekommt Jackson hier allerdings auch gleich die Möglichkeit, zu beweisen, dass er auch mit vergleichsweise geringem Budget, hervorragende Filme umsetzen kann. Mit „nur“ 30 Millionen Dollar war „District 9“ nämlich definitiv günstiger, als „King Kong“, oder „Herr der Ringe“, die jeweils mehr als das zehnfache der Kosten verschlungen. Da war es für Jackson natürlich naheliegend, den Film im guten alten „Mockumentary“-Stil zu verfilmen, welcher stilistisch dem von „Cloverfield“ ähnelt. Hier bekommen wir den Beginn des Filmes in Form einer vermeintlichen TV-Reportage zu sehen, bei der die Arbeit des MNU-Mitarbeiters van de Merwe dokumentiert wird und wir so einen Einblick in die afrikanischen Slums bekommen, in denen fortan Aliens leben. Erst im späteren Verlauf wird der „Mockumentary“-Stil beiseite gelegt und zum gewöhnlichen Hollywood-Stil gewechselt. Beides ist allerdings sehr stimmig und passt sich gut in das Filmgeschehen ein. Immerhin wurde hier auch auf eine stellenweise witzige Inszenierung wert gelegt und die Szenen wirken niemals unprofessionell. Dabei liegt allerdings das Hauptaugenmerkt von „District 9“ auf der recht abgedrehten Story. Denn auch, wenn wir hier Science-Fiction geboten bekommen, basieren die Geschehnisse auf realen Ereignissen. Inspiriert wurde der Film dabei von den Zuständen in den afrikanischen Slums, in denen oftmals schwarze Mitbürger in extremster Armut leben. Viele von ihnen sind unterernährt, gewalttätig und leben in abgewrackten kleinen Hütten. In „District 9“ wurden diese einfach nur durch Aliens ersetzt. Und wenn die plötzlich als „soziale Plage“ herhalten müssen, kann das natürlich nur zu verrückten und absurden Szenen führen. So macht der Film schließlich einfach Spaß und kann hervorragend unterhalten. Oder um es anders zu nennen: „District 9“ bietet unterhaltsame Sozialkritik, die niemals langweilig wird. Witzig ist dabei allerdings auch die gekonnte Ironie mit Bezug auf die Realität. So werden hier doch tatsächlich Aliens dazu genötigt, einen Umsiedlungsbescheid zu unterschreiben und die echten Menschen aus dem Slum zocken ihre außerirdischen Nachbarn ab, indem sie ihnen Katzenfutter zu völlig überzogenen Preisen verkaufen. Wohlgemerkt: Aliens lieben Katzenfutter! Daran merkt man allerdings, dass „District 9“ an vielen Stellen auch seine Sozialkritik ins Absurde zieht – und das hätte Peter Jackson wohl kaum besser hinbekommen können. Dennoch verzichtet der Film allerdings nicht auf die Qualitäten anderer Hollywoodfilme, nämlich die gute Identifizierbarkeit mit den Charakteren. Interessanteste Rollen übernehmen dabei der flüchtende MNU-Mitarbeiter, sowie ein Alien mit dessen Sohn. Die beiden Aliens wollen nämlich endlich nach Hause zurück und bauen heimlich an einem weiteren Raumschiff. So kommt es also zur Kooperation, bei dem van de Merwe den Aliens hilft, ihren Treibstoff zurückzuerlangen und er gleichzeitig vor der MNU beschützt und mit außerirdischen Waffen ausgerüstet wird. Und auch hier indirekte Gesellschaftskritik: Das Militär ist schließlich längst privatisiert und verfolgt lediglich den eigenen Profit. Aus Krieg wird plötzlich ein Millionengeschäft für Waffenhersteller, die zugleich die Streitkräfte zur Verfügung stellen – eine erschreckende, aber nicht unwahrscheinliche Vision. Ganz nebenbei verzichtet „District 9“ trotz dem relativ niedrigen Budget aber nicht auf hervorragende Effekte, sodass die Aliens hier sehr hochwertig, aber zugleich auch amüsant-trashig modelliert wurden. So ist es manchmal auch einfach spaßig, diese zu beobachten. Alles in allem kann „District 9“ also hervorragend unterhalten.

    Fazit:

    Genialer Science-Fiction-Action-Kracher mit sozialkritischem Hintergrund, gekonnter Ironie und hochinnovativer Story.