Dickste Freunde - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Dickste Freunde

    Dickste Freunde


    Land/Jahr:
    USA 2010
    Genre:
    Komödie
    Regie:
    Ron Howard
    Darsteller:
    Vince Vaughn
    Kevin James
    Jennifer Connelly
    Winona Ryder
    Channing Tatum
    Queen Latifah
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Dauer:
    107 Minuten
    Kaufstart:
    26. Mai 2011
    Label:
    Universal Pictures


    Ronny und Nick sind zwei kräftige Kerle, die man wohl wahrlich als „dickste Freunde“ bezeichnen kann. Fast jede freie Minute nutzen die beiden gemeinsam und auch eine eigene Firma haben sie längst gegründet. Als sie allerdings plötzlich mitten in den Schulden landen, können sie beruhigt aufatmen, dass ihr neues Fahrzeug-Sounddesign beim Autohersteller Dodge besonders gut ankommt. Noch dazu läuft es bei beiden auch privat richtig rund, denn Nick ist seit Jahren glücklich verheiratet und auch Ronny steht kurz vor seinem Heiratsantrag. Dumm nur, dass er ausgerechnet bei dessen Vorbereitung im botanischen Garten nichts ahnend mit ansehen muss, wie Nicks Frau einen fremden Mann küsst. Aus Angst, sein bester Freund könnte mit dieser Nachricht zutiefst verletzt werden und sein berufliches Ziel nicht mehr erfüllen, verschweigt er ihm den Betrug seiner Frau und schlendert damit direkt ins große Chaos…

    Kritik:
    Seien wir ehrlich: Spätestens seit „King of Queens“ gibt es kaum noch einen Fernsehzuschauer, der Kevin James alias Doug Haffernan nicht liebt. Doch nach einigen mehr oder weniger Misserfolgen im Filmbusiness dürfen wir uns nun an einer neuen Kinoproduktion erfreuen, die zunächst als vermeintliche Komödie in Erscheinung tritt. Doch wird „Dickste Freunde“ nun endlich der erwartete Hollywood-Durchbruch für Kevin James sein und an seine alten Glanzleistungen anknüpfen können?

    Das Dilemma
    Zumindest die Story dieses Films kann den erwartungsvollen Zuschauer einigermaßen überzeugen und das obwohl diese so gar nicht recht ins typische Komödien-Genre passen mag. Stattdessen bekommen wir es mit einer untreuen Ehefrau zu tun, sodass der englische Titel „The Dilemma“ für diesen Film sogar weitaus angebrachter sein mag, als „Dickste Freunde“. Da sollte schnell klar sein, dass wir es hier eher mit einem waschechten Drama zu tun bekommen, das uns gänzlich überraschen kann. Sicherlich, Vince Vaughn mag in seiner tollpatschig-aggressiven Rolle im Kampf gegen den heimlichen Liebhaber von Nicks Frau eine gewisse Situationskomik aufbauen, doch die richtigen Lacher bleiben dabei natürlich aus. Doch die hat „Dickste Freunde“ gar nicht so recht nötig, denn entgegen unseren Erwartungen geht die dramatische Seite des Films voll auf. Die Geschichte um die Untreue der Ehefrau, die ihren sympathischen Mann hintergeht, kann uns stets mitreißen und mit seinen psychologischen Ansätzen zum Höhepunkt kommen. Einige geniale Szenen liefert der Film dabei natürlich auch mit, sodass „Dickste Freunde“ sicherlich als sehenswerter Film zu bezeichnen ist.

    Der wütende Doug Haffernan
    Ungewöhnlich ist unterdessen aber vor allem die Rolle von Kevin James, der so gar nicht in seine typische Figur passt. Erstmals versucht sich dieser gar nicht an dummen verbalen Gags, die in der Vergangenheit sowieso nicht punkten konnten. Zwar vermissen wir dabei ein wenig seine witzige und sympathische Art aus „King of Queens“, doch auch die dramatische Seite als betrogener Ehemann mit Existenzängsten liegt ihm verdammt gut. Zum ersten Mal bietet sich ihm hier somit die Möglichkeit, seine Energien in wütenden und verzweifelten Szenen zu beweisen und selbst für eine Schlägerei ist der dicke Kerl plötzlich zu haben. Da dürfen wir auf jeden Fall erwarten, dass Kevin James in Zukunft vielleicht sogar einmal in einer ernsthafteren Rolle zu sehen sein wird – und darauf kann man sich auf jeden Fall freuen, schließlich zählen jene Szenen, in denen Kevin James einfach mal so richtig ausrastet und seinen besten Freund anbrüllt, zu den besten und glaubwürdigsten dieses Films. Insofern: Mehr davon, denn diese Rolle steht ihm unter Umständen besser, als im „Kindsköpfe“-Stil an der Seite von Adam Sandler zu stehen, der ihm ohnehin die Show stehlen will. Um es also kurz zu sagen: „Dickste Freunde“ macht bei weitem noch nicht alles richtig, doch Kevin James ist mit diesem Film auf dem richtigen Weg. Das freut uns.

    Fazit:
    Solide Charakterleistungen von Vince Vaughn und Kevin James, in einem Film, der als Komödie geworben wird, sich dann allerdings mit ein wenig Situationskomik als richtiges Drama entpuppt. Eine interessante Rolle für den sympathischen Dicken, die für Fans sowieso ein Muss ist.