Death Wish - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Death Wish

    Death Wish


    Land/Jahr:
    USA 2017
    Genre:
    Action
    Regie:
    Eli Roth
    Darsteller:
    Bruce Willis
    Vincent D’Onofrio
    Dean Norris
    Kimberly Elise
    Mike Epps
    FSK:
    ab 18 Jahren
    Dauer:
    107 Minuten
    Kaufstart:
    10. August 2018
    Label:
    Universum Film

    Bei seiner Arbeit in der Notaufnahme steht Chirurg Dr. Paul Kersey vor immer größeren Herausforderungen. Seitdem die Kriminalitätsrate stark in die Höhe geschossen ist, wird die Anzahl der Patienten mit schweren Verletzungen immer größer. Nicht immer ist er in der Lage, die Opfer von Gewalttaten zu retten und selbst Polizeibeamte landen auf seinem Operationstisch. An seinem jüngsten Arbeitstag soll sein Job zudem nicht ganz so routiniert ablaufen, als ihn ein persönlicher Schicksalsschlag trifft: Plötzlich werden seine Frau und seine Tochter in ihrem Zuhause brutal attackiert und ebenfalls in die Notaufnahme gebracht. Seine Frau erliegt ihren Verletzungen schon nach kurzer Zeit, die Tochter liegt fortan in einem tiefen Koma. Da sich allerdings auch die Polizei über Wochen hinweg nicht in der Lage sieht, die Täter zu schnappen, entschließt sich Paul kurzerhand, die Justiz selbst in die Hand zu nehmen und auf den Straßen von Chicago endgültig aufzuräumen…

    Kritik:
    Eigentlich könnte man sagen, dass der klassische Selbstjustiz-Rachethriller in den 1970er Jahren erfunden wurde. Noch lange bevor Bruce Willis mit der „Stirb langsam“-Reihe seine Glanzzeiten erreichte und zum großen Actionstar wurde. Damals nämlich gehörte noch Charles Bronson als Actionlegende das Genre und machte „Ein Mann sieht rot“, das Original zu „Death Wish“ zum erfolgreichsten Film seiner Karriere.

    Kein Mut zum Dreck
    Die ältere Generation, die noch mit den Filmen der 70iger Jahre aufgewachsen ist, wird sich sicher darüber streiten wollen, ob es zu einem Film wie „Death Wish“ tatsächlich ein Remake braucht. Zumal man heute eben doch in einem gänzlich anderen Stil dreht: In der heutigen Zeit bevorzugt man doch gerne die sauberen Hochglanzaufnahmen von beeindruckenden Skylines und der hübschen Beleuchtung nächtlicher Fassaden, um möglichst perfekte Bilder einzufangen. Es scheint, als hätten Filmemacher längst den Mut verloren, die Kulissen ihrer Filme von ihrer dreckigen und düsteren Seite zu zeigen. Müll auf den Straßen in einer verregneten Nacht – so etwas ist heute eine Seltenheit geworden. Und so wirkt auch das Remake von „Death Wish“ insgesamt einfach zu steril. Eine Stadt zu zeigen, in der die Kriminalitätsrate in die Höhe schießt, in der aber zugleich auch gefühlte zwanzig Mal am Tag die Kehrmaschine verkehrt, erscheint nur wenig glaubwürdig. Der Mut zum Dreck würde auch heutigen Produktionen sicherlich gut stehen.

    In (zu) großen Fußstapfen
    Noch dazu entsteht bei einem Original, das mit einer Schauspielgröße wie Charles Bronson gedreht wurde, natürlich stets das Problem, dass erfahrene Cineasten das im Jahre 2003 verstorbene Vorbild im Hinterkopf behalten. Bruce Willis nämlich wirkt oft etwas zu glattgebügelt. Auch wenn er durchaus in der Lage ist, Trauer und Verzweifelung schauspielerisch darzustellen, fehlen ihm einfach die charakterlichen Ecken und Kanten von Bronson, der von den üblichen Actionfilm-Mustern auch gerne einmal abwich. Mit einem Rückblick auf Willis’ einstiges Werk „16 Blocks“ fragt man sich doch, warum man ihm hier keine stärkere Charakterdarstellung zugetraut hat und ihm eine zu einseitig positive Figur verpasst hat. Typisch für die „Death Wish“-Hauptfigur ist das schließlich nicht und in die Fußstapfen von Charles Bronson kann man so einfach nicht treten.

    Brutaler Rachetrip
    Ansonsten allerdings funktioniert „Death Wish“ als reiner Genrefilm recht gut. Bruce Willis geht schließlich auch nach über dreißig Jahren voll in der Rolle des coolen Actionhelden auf und liefert hier einen grundsoliden Actionstreifen. Dabei kommt er an die einstige Coolness von „John McClane“ zwar nicht heran, punktet aber durchaus mit einigen humorvoll-lässigen Sprüchen und überraschend brutalen Szenen. Ähnlich wie auch das Original verzichtet schließlich auch das Remake nicht auf diverse intensive Folter- und Gewaltszenen, die eine derartig hohe Altersfreigabe sicherlich rechtfertigen. Kombiniert mit der Selbstjustiz- und Rachethematik ist es auch für Bruce Willis ein Leichtes, den Zuschauer auch im Remake über die komplette Laufzeit hinweg zu unterhalten. Nur eines ist und bleibt wohl klar: Willis ist ein reiner Actionschauspieler und möchte auch in diesem Streifen offenbar kein Charakterdarsteller sein. Schade, denn so bleibt trotz hohem Unterhaltungswert eben reichlich Luft nach oben.

    Fazit:
    Bruce Willis liefert auch im Remake zu „Ein Mann sieht rot“ grundsolide Actionkost mit spannender Selbstjustiz- und Rachestory. Leider fehlen ihm die charakterlichen Ecken und Kanten eines Charles Bronson, wodurch „Death Wish“ insgesamt zu glattgebügelt erscheint.

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