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Das Chaos Experiment


Das Chaos Experiment

Land/Jahr:
USA 2009
Genre:
Thriller
Regie:
Philippe Martinez
Darsteller:
Val Kilmer
Armand Assante
Eric Roberts
Megan Brown
FSK:
ab 16 Jahren
Dauer:
87 Minuten
Kaufstart:
10. Februar 2011
Label:
Sunfilm




Als Jimmy plötzlich in die Redaktion einer auflagenstarken Zeitung marschiert, geling es ihm schnell, den Chefredakteur zu schockieren: Er berichtet davon, wie er sechst unschuldige Menschen in einem Dampfbad eingesperrt hat, in dem sie wegen der hohen Hitze früher oder später qualvoll zu Tode kommen werden. Seine Forderung, um den Standort der Leichen zu verraten: Einen Artikel, welcher die gesamte Titelseite einnimmt. Damit will Jimmy die Welt retten, in dem er endlich der Menschheit von der schrecklichen globalen Erwärmung berichten kann, die wesentlich früher eintreten soll, als gedacht. Hat er also tatsächlich ernsthafte und glaubwürdige Berechnungen vorzulegen, oder ist es nur ein weiterer Spinner, der nach Aufmerksamkeit ringt?

Kritik:
Schon seit Jahren ist die globale Erwärmung ein heißes Gesprächsthema, das unsere Politiker stark beschäftigt. Mit den verschiedensten Mitteln wird darüber spekuliert, wie eine solche Erwärmung möglicherweise verhindert werden kann, während Kritiker den tatsächlichen Ereignissen eher skeptisch gegenüber treten. Nun allerdings stellt „Das Chaos Experiment“ die entscheidende Frage, was wohl geschehen würde, wenn die Erderwärmung einige Jahre früher eintreten wird. Um die Folgen dessen an sechs Personen zu demonstrieren, hat Hauptfigur Jimmy diese in ein Dampfband eingesperrt, in dem kontinuierlich genau 55 °C herrschen. Ob das wohl reichen wird, um die Welt zu retten?

Erderwärmung als Vorwand
Fraglich ist hierbei natürlich sofort, was nun die Erderwärmung mit der typischen Thrillerstory zu tun hat. Was auf den ersten Blick also recht interessant klingt und dazu dienen soll, eine Redaktion stark unter Druck zu setzen, entwickelt sich im Nachhinein zu einem reinen Vorwand, um einem „Gewaltexperiment“ die Möglichkeit seiner Entfaltung zu geben. Ernsthafte Belege für eine bevorstehende Erderwärmung kann Hauptfigur Jimmy nie wirklich erbringen und auch das Thema selbst verfliegt nach der Zeit fast wie von selbst. So schafft es „Das Chaos Experiment“ also nicht annähernd, den Druckaufbau gegenüber der Redaktion geschickt auszubauen und verkommt so eher zu einem Gewaltausbruch innerhalb des Dampfbades. Hätte man die politisch durchaus interessante Story wesentlich mehr ausgebaut, wäre der Film sicherlich zu einem deutlich interessanteren Titel geworden.

Psychopath mit Druckmitteln
Dabei kann Hauptdarsteller Val Kilmer seine Rolle durchaus gelungen darstellen, zumal er den Arschloch-Typen, der mit Druckmitteln sein Gegenüber erpressen will, einmal mehr perfekt mimt. Wie gewohnt passt er sowohl optisch, als auch mittels seiner Körpersprache perfekt in die Rolle hinein, was ihn sofort sehr sympathisch macht. Alles in allem ist er so also eine sehr große Bereicherung für „Das Chaos Experiment“, was sich durch Armand Assante als FBI-Detective hervorragend ergänzt. Beide holen sie das maximal mögliche aus ihren Rollen heraus, wenngleich das Drehbuch sicherlich nicht genüg hergibt.

Stilvoller Aggressionsabbau
Ein gelungenes Highlight sind unterdessen sicherlich auch die Szenen im Dampfbad, auf die sich „Das Chaos Experiment“ vielleicht etwas mehr hätte konzentrieren sollen. Mit überbelichteten Bildern in grellem Gelb wird jederzeit spürbar, welch großer Hitze die Protagonisten dort ausgesetzt werden, sodass sich der Zuschauer sehr gut in die Lage hineinversetzen kann. Hier kommen die Protagonisten um Eric Roberts außerdem zu Hochleistungen, wenn sich ihre Spannungen in aggressiven und gewalttätigen Taten entladen. Besonders der Leidensgenosse, welcher als erstes in diesem Film sterben soll, zeigt stets große Energien, wenn er seine Mitmenschen voller Jähzorn und Hass anbrüllt, dass ihm beinahe die Luft wegbleibt. Die brutalsten Szenen mit reichlich Blut und einigen Todesfällen bringt dies wohl zwangsläufig mit sich, was Actionfans sicherlich erfreuen dürfte.

Fazit:
Ein spannender Thriller, der die globale Erwärmung zwar nur als Vorwand nutzt und die Story diesbezüglich nicht ausreichend ausbauen kann, aber immerhin mit guten Darstellerleistungen und stilvoller Action punkten kann.