Colossal - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Colossal

    Colossal


    Land/Jahr:
    ESP / CDN 2016
    Genre:
    Drama
    Regie:
    Nacho Vigalongo
    Darsteller:
    Anne Hathaway
    Jason Sudeikis
    Tim Blake Nelson
    Austin Stowell
    Dan Stevens
    FSK:
    ab 12 Jahren
    Dauer:
    109 Minuten
    Kaufstart:
    1. Dezember 2017
    Label:
    Universum Film

    Gloria ist ein echtes Partygirl und hat schon seit geraumer Zeit ziemliche Probleme damit, ihr Leben endlich in den Griff zu bekommen. Schon seit einem Jahr sucht sie vergeblich nach einem Job, die Nächte verbringt sie mit reichlich Alkohol in der nächsten Bar und ihr Freund hat allmählich wirklich die Schnauze voll von dieser Situation. Kurzerhand vor die Tür gesetzt, begibt sie sich von New York in ihre alte Heimat zurück und stößt dort nicht nur auf alte Schulkameraden, sondern zugleich auch auf ihre alten Dämonen. Und das darf man in diesem Fall wörtlich nehmen, denn in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul taucht plötzlich ein mysteriöses Monster auf und versetzt die Stadtbewohner in Angst und Schrecken. Zufällig jeden Morgen zur gleichen Zeit um exakt 8:05 Uhr. Doch was Gloria daran erst richtig erschreckend findet: Es führt exakt die gleichen Bewegungen aus, die sie selbst um diese Uhrzeit macht…

    Kritik:
    Riesige Echsen, die in der Nacht eine ostasiatische Stadt in Schutt und Asche legen. Das dürfte einigen doch sicher bekannt vorkommen. Denn wenn es um solche oft recht trashige Geschichten geht, sind die Asiaten spätestens seit „Godzilla“ ganz vorne mit dabei. Trash möchte „Colossal“ allerdings keineswegs sein, der Film hat hinter all der Monsteraction auch eine psychologisch tiefgründige Geschichte zu bieten.

    Monster in Seoul
    Auf den ersten Blick ist die Parallele allerdings nicht zu übersehen: Schaut man sich die riesige Gestalt an, die zwischen den Hochhäusern alles kurz und klein trampelt und zwischenzeitlich sogar einmal gegen einen ebenso großen Roboter kämpft, kommt uns sofort das japanische Kultmonster in den Sinn, das schon seit Jahrzehnten aus dem Heimkino nicht mehr wegzudenken ist. Und selbst sein Widersacher könnte genauso gut eine Figur wie Megalon darstellen, gegen den Godzilla in den japanischen Originalfilmen schon mehr als einmal gekämpft hat. Gerade an der Stelle überrascht es dann, dass „Colossal“ keinesfalls ein Katastrophenfilm ist und sich auch gar nicht auf die Monsteraction konzentrieren möchte. Denn die Monster sind dieses Mal nur eine Art Metapher für die Probleme der Hauptfigur. Und damit bringt der Streifen zugleich frischen Wind ins Genre.

    Gar nicht so lustig
    Hat man zuvor allerdings schon den Trailer zum Film gesehen, könnten die Erwartungen vielleicht in eine etwas andere Richtung gehen. Immerhin versprach „Colossal“ darin noch, eine eher witzige Komödie zu sein, die reichlich Lacher zu bieten hat, wenn Gloria in der Lage ist, das Monster mit ihren Bewegungen zu steuern und es dabei live über einen Livestream zu beobachten. Der hier erwartete Humor bleibt allerdings fast gänzlich aus und so mancher Zuschauer, der vermutlich reines Popcorn-Kino erwartet hat, könnte schnell enttäuscht sein. Stattdessen entpuppt sich „Colossal“ nämlich schon bald als ernsthaftes und tiefgründiges Drama, bei dem es eigentlich gar nicht viel zu lachen gibt. Und das liegt nicht nur an den privaten Problemen der Hauptfigur, sondern auch an den interessanten zwischenmenschlichen Beziehungen, die der Streifen schnell zum Kern seiner Handlung macht.

    Das innere Monster
    Im Mittelpunkt steht dabei die Beziehung zwischen Anne Hathaway und Jason Sudeikis, die in „Colossal“ ein grandioses Zusammenspiel abliefern können. Denn in den dramatischen Momenten ist keineswegs klar, ob der einstige Schulkamerad tatsächlich nur ihr Bestes im Sinn hat oder womöglich bis heute nicht über so manche Kränkung in der Kindheit hinweg gekommen ist. Statt also reine Action zu bieten, ist „Colossal“ also eher ein psychologisches Drama rund um Macht, Erpressung und Besitzergreifung von den Mitmenschen. Die Situation zwischen den beiden Hauptdarstellern spitzt sich zu, treibt die Spannung dramatisch in die Höhe und entlädt sich dann in den aufregenden Actionszenen zwischen zwei Monstern in Seoul. Zwei Monster, die eigentlich tief im Innern der beiden Hauptfiguren stecken – und mit emotionalen Entladungen den Zuschauer in ihren Bann ziehen. Kurz gesagt: So genial und innovativ die Idee erscheint, so gut funktioniert sie auch auf dem heimischen Fernseher.

    Fazit:
    Mit einer Mischung aus Godzilla und Beziehunsdrama bringt „Colossal“ frischen Wind ins Genre und liefert zwei Hauptdarsteller, denen es – auf mehrdeutige Art – bestens gelingt, ihre Emotionen in Bildern zu manifestieren.

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