Chatos Land - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Chatos Land

    Chatos Land


    Land/Jahr:
    GB / ES / USA 1972
    Genre:
    Western
    Regie:
    Michael Winner
    Darsteller:
    Charles Bronson
    Jack Palance
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    100 Minuten
    Kaufstart:
    31. August 2018
    Label:
    Capelight

    Das Apachen-Halbblut Chato wollte eigentlich nur einen Schnaps im örtlichen Saloon trinken, als die Probleme bereits anfingen. Der Sheriff der kleinen amerikanischen Stadt hat nämlich offenbar etwas dagegen einzuwenden, dass Indianer in seiner Heimat bedient werden. Durch die rassistische Auseinandersetzung kommt es kurzerhand zu einer Schießerei – mit tödlichem Ausgang für den Sheriff. Und das wollen die Bewohner des Ortes auf keinen Fall auf sich sitzen lassen: Ein aufgebrachter Mob aus elf Reitern macht sich auf die Jagd nach dem Indianer und verfolgt ihn tief bis ins Ödland mit dem Ziel, ihn auf möglichst brutale Weise zu ermorden. Als dabei allerdings dessen Bruder bei lebendigem Leibe verbrannt und seine Frau vergewaltigt werden, schwört sich Chato blutige Rache in der Berglandschaft von New Mexiko…

    Kritik:
    Charles Bronson galt als einer der größten Western- und Actionlegenden der 60er und 70er Jahre. Für seine Paraderolle in „Spiel mir das Lied vom Tod“ wurde er schließlich weltberühmt und hat bis heute zahlreiche Fans. Nicht alle seine Streifen mussten aber von einem solch großen Umfang sein. Mit „Chatos Land“ zeigt er, dass er durchaus auch etwas simplere Rollen gut beherrscht.

    Keine großen Umschweife
    Vergleicht man seinen wohl berühmtesten Film nämlich mit „Chatos Land“ fällt vor allem eines auf: Dieser Westernstreifen ist für die damalige Zeit außergewöhnlich stramm ausgefallen und möchte gar kein großes Storymonster sein, wie man es einst gewohnt war. Dieses Mal kommt Charles Bronson in seinem Film schließlich sehr schnell zur Sache. Bereits in den ersten Minuten wird dem Zuschauer klar, worum es hier eigentlich geht und wie es zur Situation gekommen ist. Große Umschweife mit einer Vorgeschichte rund um die Charaktere oder den Ort spart man sich nämlich, wenn Bronson im wahrsten Sinne des Wortes ins kalte Wasser geworfen wird und bereits eine der ersten Szenen von der klassischen Westernauseinandersetzung im Saloon handelt. Was danach kommt entpuppt sich nämlich als überaus geradliniger und rauer Westernfilm.

    Eine Hetzjagd – einfach und gezielt
    Die insgesamt rund 100 Minuten Laufzeit von „Chatos Land“ erzählen nämlich eigentlich nur eine einzige, über den gesamten Film gezogene Handlung: Eine Hetzjagd gegen einen Indianer, die nahezu ausschließlich in der rauen Bergland von New Mexiko spielt. Das Setting ist dabei typisch und könnte besser kaum sein: Ödland so weit das Auge reicht, Kakteen bevölkern das Land und Geier warten nur darauf, sich die nächste Leiche schnappen zu können. Dass eine solche Handlung allerdings hinsichtlich der Story keine großen Sprünge macht, sollte aber natürlich auch klar sein. Inhaltlich ließe sich die Handlung sicherlich in einem einzigen Satz zusammen fassen, so man denn wollte. Kein Wunder, dass „Chatos Land“ durchaus hin und wieder unter Längen leidet, wenn es rund um die Kernhandlung manchmal an interessanten Nebenschauplätzen mangelt. Fest steht allerdings auch: Dieser konsequente Stil kommt der heutigen Erzählweise überraschend nah und könnte vielleicht gerade deshalb das heutige Publikum für sich gewinnen, weil der Film recht konkret zur Sache kommt.

    Eine ungleiche Gruppe
    Immerhin muss man dem simplen Westernfilm nämlich auch zugestehen, dass er trotz seiner simplen Handlung funktioniert. Das liegt nicht zu letzt daran, dass Regisseur Michael Winner seinen Fokus auf die Charaktere und deren Gruppendynamik legt. Denn wenn eine Gruppe aus elf verschiedenen Reitern mit völlig unterschiedlichen Ansichten eine Hetzjagd auf einen Indianer macht, ist das Konfliktpotential praktisch vorprogrammiert. Hier treffen Rassisten auf halbwegs vernünftige, gemäßigte Männer ebenso, wie skrupellose Schießwütige auf Cowboys mit Herz und Mitleid. Da haben die Auseinandersetzungen innerhalb der Gruppe manchmal mehr Spannung, als die eigentliche Jagd auf Charles Bronson als Indianer. Kommt dann auch noch ein für heutige Verhältnisse antiquiertes Frauenbild hinzu, das für zusätzliche Konflikte und Gräueltaten sorgt, hat „Chatos Land“ seine Zuschauer dermaßen in seinen Bann gezogen, dass wir die etwas zu einfache Story schnell vergessen haben. Und einen durchaus sozialkritischen Ansatz gibt es obendrauf.

    Fazit:
    Der einfach gehaltene und geradlinige Westernklassiker mit Charles Bronson überzeugt mit einer für die damalige Zeit außergewöhnlich strammen Erzählweise und punktet trotz seiner simplen Story mit dem hohen Konfliktpotential innerhalb der Gruppe. So funktioniert auf interessanten Charakteren basierende Dramatik, wodurch „Chatos Land“ zu einem zeitlosen Werk um Rassismus geworden ist.

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