Bohemian Rhapsody - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Bohemian Rhapsody

    Bohemian Rhapsody


    Land/Jahr:
    USA / GB 2018
    Genre:
    Drama
    Regie:
    Bryan Singer
    Darsteller:
    Rami Malek
    Ben Hardy
    Lucy Boynton
    Mike Myers
    FSK:
    ab 6 Jahren
    Dauer:
    129 Minuten
    Kaufstart:
    14. März 2019
    Label:
    20th Century Fox

    Das Leben seines Sohnes hatte sich Bomi Bulsara auf jeden Fall ganz anders vorgestellt: Freddie Mercury, der mit bürgerlichem Namen einst noch Farrokh Bulsara hieß, sollte schließlich ein berühmter Boxer werden oder sich zumindest einen normalen, gut bezahlten Job suchen. Stattdessen war es das Nachtleben und die Musik, die den jungen Mann mit der beeindruckenden Stimme schon immer mehr begeisterte. Und als eines Abends an einem Nachtclub die noch unbekannte Band Queen plötzlich einen neuen Leadsänger benötigte, sah er seine Chance gekommen: Der Start einer Gesangskarriere, die legendär sein würde. Doch während Freddie Mercury damit beschäftigt war, sich selbst zu finden und zwischen zahlreichen Liebhabern die eigene Sexualität auszukundschaften, ahnt er noch gar nicht, zu welchem Weltruhm es Queen später einmal schaffen würde…

    Kritik:
    Obwohl die legendäre Rockband „Queen“ vor allem durch den Mega-Hit „We will rock you“ bekannt wurde, bei dem das Publikum besonders gut mitmachen konnte, zeichnete sie sich doch auch durch eine gewisse Vielfalt aus. Von richtigen Rock-Opern, bis hin zu komplexen Songs gehörte auch stets eine große Kreativität dazu, durch die Fans nur selten wussten, was sie beim nächsten Album erwarten würde. Ausgerechnet die Hymne „Bohemian Rapsody“ als Titel zu verwenden, die wohl zu den außergewöhnlichsten und kontroversesten Stücken der Band gehört, hätte diese Vielfalt kaum besser ausdrücken können. Denn immerhin: Der Abräumer der diesjährigen Oscar-Verleihung soll Queen vor allem ein unvergessliches Denkmal setzen.

    Großartige Charakterdarstellung
    Im Mittelpunkt steht dabei natürlich – wie sollte es anders sein – das Leben und die Biografie des Leadsängers Freddie Mercury, der nicht nur mit seiner außergewöhnlichen Stimme auf sich aufmerksam machte, sondern auch mit seinen zahlreichen Liebschaften und seiner späteren Aids-Erkrankung. Und Kenner werden es bereits bei seiner Rolle in „Mr. Robot“ erahnt haben, dass wir von Rami Malek – der hier den Oscar für den besten Hauptdarsteller erhielt – noch öfter etwas zu sehen bekommen. Malek war schließlich bereits bekannt für seine herausragenden Charakterdarstellungen besonders exzentrischer und ausgefallener Figuren. Und er ist es deshalb auch, der „Bohemian Rapsody“ als Freddie Mercury komplett trägt: Sei es in der naiven und leidenschaftlichen Jugend, bis hin zu seinem späteren Absturz und der Schock-Diagnose, die sein Leben voll und ganz verändern würde.

    Verschmelzung mit der Rolle
    Erstaunlich ist dabei, dass wir das Gesicht von Rami Malek, das normalerweise eigentlich einen gewissen Widererkennungswert hat, schon bald komplett vergessen, weil Malek komplett in dieser Rolle aufgeht. Je älter die Lebensperiode ist, die er in der Rolle des Freddie Mercury verkörpert, desto mehr haben wir tatsächlich das authentische Gefühl, hier einen echten Mercury vor uns zu haben. Nicht nur deshalb, weil die Maske einen beeindruckenden Job geleistet hat, sondern weil Malek regelrecht mit seiner Figur verschmelzt. Wenn wir uns in seine Lage versetzen können, während er vollgepumpt mit Drogen regelrecht am Boden liegt, wenn er verzweifelt versucht, nach seiner fehlgeschlagenen Solo-Karriere bei Queen noch einmal Fuß zu fassen und wenn er zwischen Bisexualität und Erwachsenwerden doch irgendwie versucht, seinen eigenen Charakter zu festigen, dann haben wir zu keinem Zeitpunkt Zweifel daran, dass es sich bei Rami Malek um Freddie Mercury handeln könnte. An einer Sache gibt es daher ganz sicher keinen Zweifel: Rami Malek hat den Oscar als bester Hauptdarsteller in jeder Sekunde dieses Films verdient, denn seine Leistungen sind mit die besten, die wir in den letzten Jahren zu sehen bekamen.

    Ein Soundtrack in bewegten Bildern
    Dass es einen weiteren Oscar natürlich auch für den Ton gab, mag angesichts des schon seit vielen Jahrzehnten grandiosen Soundtracks nicht verwundern. Klar ist dabei natürlich auch: Man muss der Musik von Queen schon ein bisschen was abgewinnen können, um an „Bohemian Rhapsody“ wirklich Spaß zu haben. Davon nämlich gibt es hier wenig überraschend reichlich zu sehen und zu hören. Dazu gehören allerdings auch nachgestellte Originalauftritte, wie etwa die legendäre Live Aid Performance, in der Rami Malek von seinem Vorbild wirklich nicht mehr zu unterscheiden ist. Das Livegefühl fängt „Bohemian Rapsody“ schließlich grandios ein und kann damit sogar hochwertigeres Audioequipment ordentlich fordern. Mit so einem Sound jedenfalls macht auch eine Raumklang-Anlage endlich Spaß und die Biografie wird damit ein bisschen zu einem bewegten Soundtrack mit Story, der beinahe so manches Album der Band überragt. Beeindruckend.

    Fazit:
    Der Oscar für den besten Hauptdarsteller verwundert wenig: Mit Freddie Mercury in „Bohemian Rapsody“ hat Rami Malek womöglich die wichtigste Rolle seines Lebens ergattern können. Und die gelingt ihm derart meisterhaft, dass er mit seiner Figur im wahrsten Sinne verschmelzt.

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