Beach Bum - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    Beach Bum

    Beach Bum


    Land/Jahr:
    USA 2019
    Genre:
    Komödie
    Regie:
    Harmony Korine
    Darsteller:
    Matthew McConaughey
    Snoop Dogg
    Isla Fisher
    Jimmy Buffett
    Zac Efron
    Martin Lawrence
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    95 Minuten
    Kaufstart:
    1. August 2019
    Label:
    Constantin Film

    Eigentlich könnte der Schriftsteller Moondog kaum ein besseres Leben führen. Nach seinem ersten richtig erfolgreichen Buch und durch die Tatsache, dass seine Ehefrau Minnie stinkreich ist, kann er seinen gesamten Alltag den Frauen und den Drogen widmen und muss überhaupt keinen Gedanken mehr daran verschwenden, auch nur eine einzige Silbe zu Papier zu bringen. Und wenn man bedenkt, dass seine Frau ihn auch noch genau dafür über alles liebt, kann man ihn wohl als echten Glückspilz bezeichnen. Zumindest, bis Minnie eines Tages bei einem Unfall plötzlich ums Leben kommt – und das Erbe daran bindet, dass Moondog sein nächstes Buch veröffentlicht. Fortan praktisch als Penner an der Küste von Florida durchs Leben schlendernd, macht er sich auf die Suche nach Inspiration und trifft dabei auf die verrücktesten Zeitgenossen…

    Kritik:
    Matthew McConaughey, Snoop Dogg, Zac Efron und Martin Lawrence in einem Film – das klingt zumindest auf den ersten Blick nach einem einigermaßen vielversprechenden Lineup. Wenn sich Streifen mit einem solchen Staraufgebot allerdings als eher wenig ernstzunehmender Kifferfilm entpuppen, kann der Schuss aber trotzdem durchaus nach hinten los gehen.

    Ein bekiffter McConaughey
    Und zugegeben: Man muss das Genre von „Beach Bum“ sicher durchaus mögen, um dem Humor des Streifens wirklich etwas abgewinnen zu können. Obwohl Matthew McConaughey nämlich wohl zu den am meisten unterschätzten Schauspielern gehört und er auch in diesem Film eine ausgesprochen überzeugende Darstellung abliefert, muss man sich an die Tatsache, dass er über die komplette Laufzeit hinweg einen betrunkenen und bekifften, aber reichen Asozialen spielt, auf jeden Fall gewöhnen. Hin und wieder funktionieren die Gags dabei recht gut, wenn McConaughey typische Alltagssituationen ins Lächerliche zieht. Bei knapp 95 Minuten am Stück in diesem Stil wirkt der dauerbekiffte, grenzdebile Humor, der Drogen, Sex und Schwachsinn aneinanderreiht jedoch auch gelegentlich ermüdend. „Beach Bum“ fehlt es zwischenzeitlich einfach an Auflockerung und den notwendigen ernsthaften Momenten.

    Nicht immer glaubwürdig
    Das merkt man vor allem dann, wenn es zur entscheidenden Wendung kommt, die den reichen Kiffer dazu zwingt, endlich wieder etwas aus seinem Leben zu machen. Vor allem, weil McConaughey auf faszinierende Weise im ersten Drittel des Films ein außergewöhnliches Lebensgefühl aus freier Liebe und maximaler Freiheit vermittelt, der das Publikum oftmals tatsächlich etwas abgewinnen kann. Wird aber genau dieser Lebensstil plötzlich für jene Beteiligten, die den Spaß vorher noch bereitwillig mitgemacht haben, zu einem Problem, hapert es mit der Glaubwürdigkeit bei „Beach Bum“ ganz gewaltig. Auf einmal soll der kiffende Asoziale, von dem die eigene Tochter zuvor noch gerne den Joint angenommen hat, all seinen Mitmenschen peinlich sein? Das steht in einem extremen Kontrast zum zuvor so gut funktionierenden „Feeling“, das wir dem großartigen McConaughey anfangs tatsächlich abkaufen wollten.

    Snoop Dogg kann doch schauspielern
    Viel besser passt da schon der Rapper Snoop Dogg, der in seiner eher durchwachsenen Filmkarriere mehr als einmal bewiesen hat, praktisch ausschließlich sich selbst und drogenabhängige Verrückte spielen zu können – wobei unklar ist, ob das nicht beides exakt dasselbe ist. Als bester, ebenfalls kiffender Kumpel, der als Duo mit McConaughey überraschend gut harmoniert, liefert er jedenfalls darstellerische Leistungen ab, die mit Rückblick auf seine bisherige Karriere ziemlich erstaunen. Wer hätte gedacht, dass der Mann tatsächlich schauspielern könnte und dass seine Gags – etwa als kiffender Pfarrer – sogar zünden? Dagegen ist man fast schon enttäuscht, wenn „Beach Bum“ die Reihe abgehalfterter Stars früherer Zeiten fortsetzt und selbst dem einstigen Komödienstar Martin Lawrence nochmal eine Rolle auf der Leinwand beschert. Der ist zwar erschreckend pummelig geworden, überzeugt mit seinen albernen Gags aber nicht mehr so richtig.

    Albernheit statt Drama
    Generell ist dabei aber unklar, ob die zum Teil mangelhaften schauspielerischen Leistungen mancher Darsteller tatsächlich Eigenverschulden der Schauspieler sind, oder die Probleme nicht viel mehr am Drehbuch liegen. Wo „Beach Bum“ schließlich die große Chance gehabt hätte, auch ein bisschen zum Drama zu werden und das Niveau der Drogen- und Peniswitze ein bisschen zu erhöhen, hält der Streifen leider weiterhin an seinem eintönigen Albernheitsmuster fest. Das führt unter dem Strich auch dazu, dass „Beach Bum“ abseits seines Blödsinns und seiner Aneinanderreihung von Kiffergags inhaltlich tatsächlich nicht allzu viel zu bieten hat. Am Ende ist der Streifen deshalb angesichts des schwachen Drehbuchs praktisch darauf angewiesen, dass McConaughey diesen Film trägt – was ihm immerhin gut gelingt und den Unterhaltungswert des Films rettet.

    Fazit:
    Matthew McConaughey als reicher Kiffer: Was im Ansatz eine durchaus interessante Story über Freiheit und Genuss des Lebens zu bieten hat und durch McConaugheys Leistungen hervorragend getragen wird, scheitert zum Teil an der Aneinanderreihung alberner Gags und einem mittelmäßigen Drehbuch.

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