Armed Response - Kritik – Virtual DVD Magazine


Armed Response


Armed Response

Land/Jahr:
USA 2017
Genre:
Action
Regie:
John Stockwell
Darsteller:
Wesley Snipes
Anne Heche
Dave Annable
Gene Simmons
Mo Gallini
FSK:
ab 16 Jahren
Dauer:
94 Minuten
Kaufstart:
16. November 2017
Label:
Concorde



Das amerikanische Militär verfügt längst über beeindruckende neuartige Technologien, um seine Feinde zu verhören und die Wahrheit selbst aus dem härtesten Gegner herauszuquetschen. In einem streng gesicherten Militärkomplex wurde ein System namens „Temple“ errichtet, das nicht nur durch Gesichtserkennung, sondern auch durch Erfassung von Emotionen und Gehirnströmen in der Lage ist, die Wahrheit in den Aussagen des Befragten zu erkennen. Doch nachdem der Kontakt zum Personal plötzlich auf mysteriöse Weise abgebrochen ist, erhält ein Sondereinsatzkommando den Auftrag, in den Komplex einzudringen und die dortige Lage aufzuklären. Schnell wird ihnen klar: Hier müssen schreckliche Dinge geschehen sein, denn das gesamte Personal wird tot aufgefunden. Dumm nur, dass sie noch gar nicht ahnen, mit welch gefährlichem Gegner sie es hier zu tun bekommen…

Kritik:
Rund um die Möglichkeiten des amerikanischen Militärs und auch des Geheimdienstes gibt es zahlreiche Verschwörungstheorien. Auch hinsichtlich ihrer Möglichkeiten der Gedankenmanipulation und der Willensbrechung. Der neueste Actionstreifen mit Wesley Snipes möchte sich nun diesem Thema widmen.

Faszination Technik
Und eigentlich ist der Titel „Armed Response“ sogar ein klein wenig irreführend, denn trotz schwerer Bewaffnung der Protagonisten bekommen wir nun keinen reinen Actionfilm mit vielen Schießereien geboten. Stattdessen könnte man den Streifen doch eher in der Kategorie des Science-Fiction-Horrors einordnen. Wie bei den meisten Genrevertretern konzentriert sich schließlich auch dieser Film auf die Faszination der heutigen und zukünftigen technischen Errungenschaften und spielt mit der Idee der Verselbstständigung einer mächtigen KI. Somit entsteht schnell ein Szenario, bei dem ein faszinierendes neuartiges Computersystem mit Möglichkeiten der Gedankenmanipulation ein Eigenleben entwickelt und sich gegen seine Entwickler richtet. Keine allzu neue Geschichte, aber durchaus spannend umgesetzt.

Unsichtbarer Feind
Denn eigentlich wurde „Armed Response“ eher als ein kammerspielartiger Thriller inszeniert. Fast über die gesamte Laufzeit hinweg befinden sich die Protagonisten innerhalb eines abgeschlossenen Militärkomplexes, in dem sie aktuell komplett eingeschlossen sind. Actionszenen gibt es zwar dennoch, aber die bleiben doch eher auf Basis der Erkundung. Schon mit Helmkameras und der Ungewissheit, welchen Gegner sie wohl innerhalb des Gebäudes vorfinden werden, kommt ein Spannungsaufbau bereits zu Beginn recht schnell zustande. Dabei lässt man das Publikum auch lange im Dunkeln: Haben es die Soldaten mit einem unsichtbaren Feind zu tun oder ist das hochtechnologische System in der Lage, eigenständig zu denken und führt das Sondereinsatzkommando an der Nase herum? „Armed Response“ spielt dabei mit der Ungewissheit und hält den Zuschauer dabei – trotz Inszenierung auf B-Film-Niveau – erstaunlich lange am Ball. So kann letztendlich auch ein Low-Budget-Streifen funktionieren.

Grenzen der Physik
Schade ist dann, dass sich der Actionfilm mit den SF-Horrorelementen im späteren Verlauf ein wenig verrennt und einfach zu viele Ideen tatsächlich umsetzen möchte. Wenn „Armed Response“ nämlich erst einmal die Grenzen der Physik übertritt, wird es allmählich unglaubwürdig und schwere Logikfehler entstehen. Im letzten Drittel nimmt die Spannung somit also leider auch genauso schnell ab, weil man schlicht den Fehler macht, sich nicht an den realistischen Möglichkeiten eines solchen Systems oder eines unsichtbaren Gegners zu halten. Kurz gesagt: Hier schießt der Streifen einfach deutlich über sein Ziel hinaus. Da sind wir umso mehr froh, dass Wesley Snipes in der Hauptrolle immerhin solide schauspielerische Leistungen abliefert. Das allerdings erwartet man von einem Star mit seinen Erfahrungen auch. Überragende Charakterdarstellung kann man aber auch das leider nicht nennen – vielleicht auch der durchaus etwas sichtbaren Unterforderung des einstigen Hollywoodstars geschuldet.

Fazit:
Der B-Actionstreifen mit Wesley Snipes bedient sich gerne im Bereich des Sci-Fi-Horrors und hat damit anfänglich nicht nur einen guten Spannungsaufbau zu bieten, sondern überzeugt auch mit seiner technischen Faszination. Leider verrennt sich der Film im letzten Drittel dann und verliert sich in zahlreichen Logiklöchern.

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