American Hustle - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    American Hustle

    American Hustle


    Land/Jahr:
    USA 2013
    Genre:
    Komödie
    Regie:
    David O. Russell
    Darsteller:
    Christian Bale
    Bradley Cooper
    Jennifer Lawrence
    Amy Adams
    Robert De Niro
    Jeremy Renner
    FSK:
    ab 6 Jahren
    Dauer:
    132 Minuten
    Kaufstart:
    17. Juli 2014
    Label:
    Tobis

    Irving Rosenfeld führt offiziell eigentlich nur eine kleine harmlose Waschsalon-Kette mitten in New York. Doch hinter den Kulissen laufen ganz andere üble Geschäfte ab. Mit Kunstfälschungen und Betrügereien hält er sich gemeinsam mit seiner Geliebten Sydney Prosser über Wasser und zieht immer größere Deals an Land. Schnell war klar, dass es nicht allzu lange dauern dürfte, bis die illegalen Machenschaften auffliegen. Eines Tages sitzt der FBI-Agent Richie DiMaso schließlich in seinem Büro und nimmt die beiden mit handfesten Beweisen fest. Dumm nur für ihn, dass er die beiden nicht einfach nur einbuchten möchte, sondern gemeinsam mit ihnen vier weitere Betrüger dingfest machen möchte. Die Folge ist ein Deal – und Irving soll gemeinsam mit seiner Freundin bei Erfolg auf freien Fuß gesetzt werden. Doch ohne dass die Behörde etwas davon merkt, haben die längst ihre eigenen Interessen im Sinn und ziehen die größte Täuschung ihres Lebens ab…

    Kritik:
    David O. Russells Film hat eigentlich eine bemerkenswerte Sache geschafft: In diesem Jahr war sein Streifen „American Hustle“ gleich für ganze zehn Oscars nominiert, was selbst für die größten Blockbuster beinahe eine Seltenheit ist. Überraschend jedoch: Keinen einzigen davon hat er bekommen. Das ist schade, denn den ein oder anderen hätte er womöglich doch verdient.

    Der langsame Start
    Dass es nicht so recht klappen wollte, hat „American Hustle“ vermutlich seinem doch eher schwierigen und durchwachsenen Start zu verdanken. Mit seltsamem Klavier-Geklimper, kann sich die Gaunerkomödie zunächst nicht entscheiden, auf welchen der Charaktere er sich konzentrieren möchte. Viel zu komplex ist die Story und zu viele Menschen kommen darin vor, als dass man Christian Bale als vermeintlichen Hauptdarsteller gleich zu Beginn in den Fokus setzen könnte. Dadurch wirkt der Streifen inszenatorisch zunächst recht schwammig, etwa dreißig Minuten benötigt es schon, bis er die richtige Bahn findet und den Zuschauer in seinen Bahn zieht. Es ist jedoch unbedingt empfehlenswert, hier lange genug am Ball zu bleiben, denn was uns in „American Hustle“ danach erwartet, entpuppt sich als hochintelligentes Meisterstück, das selbst den langjährigsten Filmfan in die Irre führen kann – noch dazu ziemlich unterhaltsam.

    Betrügerisches Verwirrspiel
    Immerhin haben wir es hier mit Betrügern zu tun, die sich als wohltätige Geschäftsleute ausgeben und so manchen verzweifelten reichen Kerl um den Finger wickeln können. Man gibt sich als andere Personen aus, spielt seine Rolle perfekt und weiß dabei manchmal selbst nicht so genau, ob die vermeintliche Liebesbeziehung nicht vielleicht ebenfalls nur Teil der vorgetäuschten Rolle ist. Spannend wird es dann, wenn Christian Bale und Amy Adams, die hier beeindruckende Leistungen abliefern, für das FBI arbeiten sollen. Natürlich schlüpfen sie auch hier in ihre erfundenen Rollen, wollen große Verbrecher festnageln und neben sich ganz große Hausnummern vor: Vom Bürgermeister bis zu den Kongressabgeordneten steht hier alles auf der Speisekarte. Doch wie schaffen es die beiden, das FBI übers Ohr zu hauen und gleichzeitig selbst fein aus der Sache herauszukommen? Hier liegt das eigentliche Storykunststück, das aufmerksame Zuschauer im späteren Verlauf ziemlich verblüffen könnte. Denn was hier nur vorgetäuscht und der echte Charakter sein soll, wird nie wirklich ersichtlich. Ein genialer Schachzug!

    Beeindruckendes Tempo-Schauspiel
    Aber auch die anderen Darsteller liefern herausragende Leistungen, allen voran Bradley Cooper, der hier in die Rolle des FBI-Agenten schlüpft. So redegewandt und aufgedreht haben wir wohl mindestens seit den 80er Jahren keinen Schauspieler mehr gesehen – schon gar nicht so erstklassig mit seinen Kollegen harmonierend. „American Hustle“ lässt uns nämlich nie wirklich eine Verschnaufpause. Völlig abgedreht wird plötzlich die Handlung und die Dialoge sprudeln nur so aus den Figuren heraus. Ist die eine Szene vorbei, huschen wir auch schon zur nächsten. Sobald also die erste langsamere halbe Stunde vorbei ist, gelingt es dem Film tatsächlich, dieses Tempo und diese überraschend enorme Abwechslung ununterbrochen und bis zum letzten Schluss beizubehalten. Wenn die Frau durchdreht, die vermeintliche Show aufzufliegen droht oder Irving aus einer schwierigen Lage zu entkommen versucht, zieht uns „American Hustle“ so sehr in seinen Bann, dass wir kaum noch genug von diesem Film bekommen. Diese kompakte und schnelle Handlung bei einer solch hohen Laufzeit ist bemerkenswert – allein deshalb muss man diese Komödie gesehen haben, auch wenn die großen Lacher nicht aufkommen wollen.

    Fazit:
    Trotz eines etwas schwammigen Starts findet sich „American Hustle“ schon bald in einem temporeichen Rausch wieder, der mit seiner intelligenten Story und den großartigen Schauspielern letztendlich in einem Geniestreich enden soll. Eine geniale Gaunerkomödie.