American Assassin - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    American Assassin

    American Assassin


    Land/Jahr:
    USA 2017
    Genre:
    Agententhriller
    Regie:
    Michael Cuesta
    Darsteller:
    Dylan O'Brien
    Michael Keaton
    Scott Adkins
    Taylor Kitsch
    Shiva Negar
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    112 Minuten
    Kaufstart:
    22. Februar 2018
    Label:
    Studiocanal

    Gerade erst hat sich Mitch am Strand von Ibiza frisch verlobt, als seine Freundin bei einem Attentat brutal und kaltblütig ermordet wird. Seitdem hat sich sein Leben grundlegend verändert und seine Gedanken drehen sich ausschließlich um dieses eine schreckliche Ereignis. Mitch hat sich geschworen, endgültig Rache an den Tätern zu nehmen und versucht sich deshalb zunächst auf eigene Faust in die Terrororganisation einzuschleusen. Dass es dabei nicht allzu lange dauert, bis er die CIA auf den Plan ruft, dürfte nicht allzu sehr verwundern. Die allerdings sehen in ihm jenen fähigen Rekruten, den sie schon seit Jahren sehnsüchtig suchen. Denn nur durch seine persönlichen Erfahrungen konnte er Fähigkeiten erlangen, die keinem Soldaten antrainiert werden können. Dumm nur, dass er seinen eigentlichen Racheplan bei seinem neuen Job für die CIA schnell aus den Augen verliert und schon bald inmitten eines Konflikts um das iranische Atomprogramm landet…

    Kritik:
    Terrorismus ist allgegenwärtig und betrifft mittlerweile die gesamte westliche Welt. Dass so mancher Hinterbliebene dabei Wut und Rachegelüste verspürt, dürfte für viele Menschen sicherlich nachvollziehbar sein. Hauptdarsteller Dylan O’Brien macht dabei aber nun ernst.

    Alleingang gegen Terroristen
    Sein Motiv ist angesichts der schrecklichen Ereignisse, die wir recht ungeschönt in den ersten Minuten des Films zu sehen bekommen, für praktisch jeden Zuschauer nachvollziehbar. In Panik und mit dem Smartphone in der Hand sehen wir eine Hauptfigur, die den Sturmgewehrschüssen der Terroristen ausweicht und versucht, zur Freundin vorzudringen, die schon bald kaltblütig mehrfach erschossen wird. Und die Möglichkeiten des Internets machen es nur allzu einfach, sich vermeintlich salafistischen Terrororganisationen anzuschließen und für sie in den Nahen Osten zu reisen, um sich dort für den Dschihad ausbilden zu lassen. Eine derartige Gelegenheit allerdings zu nutzen, um sich auf eigene Faust als Undercover-Agent zu versuchen und die mutmaßlichen Mörder der Freundin ausfindig zu machen, ist zumindest eine spannende Idee, die man sich als reales Unterfangen zumindest ansatzweise vorstellen könnte.

    Agentenfilm statt Rachethriller
    Schade ist, dass der obige Absatz gerade einmal die geschätzten ersten fünfzehn Minuten des Films erzählt. Denn um einen Rachefeldzug im Alleingang geht es letztendlich leider doch nicht. Und das raubt „American Assassin“ schon einiges von seinem Potential, denn dramaturgisch wäre es vermutlich interessanter gewesen, eine solche innovative Rachestory einmal konsequent durchzuziehen – passend von den realen Problemen inspiriert. Das hätte den Streifen auch eine gewaltige Portion persönlicher werden lassen. Stattdessen allerdings entschied sich Regisseur Michael Cuesta stattdessen, einen Agententhriller in klassischer James Bond-Manier zu drehen und lediglich der Hauptfigur ein ungewöhnlicheres Motiv zu verpassen. Den eigentlichen Grund für seine Aktionen verliert Hauptfigur Mitch nämlich schnell aus den Augen, wenn er sich vom Geheimdienst einspannen lässt, um gegen iranische Terroristen mit nuklearen Waffen vorzugehen. An der Stelle verfliegt dann nämlich auch die anfänglich angetastete Innovation, denn ein ehemaliges Irak-Szenario nun mit Iranern zu inszenieren, ist storytechnisch nicht der große Wurf, der „American Assassin“ hätte bieten können, zumal der Streifen die Handlung rund um das Feindbild Iran auch wenig bis gar nicht reflektiert. Damit springt man schlussendlich eher auf typische amerikanische Propaganda auf, die ein nukleares Bedrohungsszenario um den Iran inszeniert, ohne die Situation von zwei Seiten zu beleuchten.

    Tempo bis zum Showdown
    Unterm Strich bleibt der Streifen aber dennoch ein grundsolider Agententhriller, der über seine gesamte Laufzeit hinweg hohen Unterhaltungswert zu bieten hat. Dass „American Assassin“ nämlich durchgehend über ein sehr hohes Tempo verfügt, ließe sich schließlich schon in den ersten Minuten erahnen, in denen der Film auch gleich mit einer Schießerei beginnt. So nämlich setzt sich der Film dann auch fort, denn Verschnaufpausen gibt es bei den Dauereinsätzen gegen iranische und muslimische Terroristen nur relativ selten. Dafür sorgt unterdessen auch Michael Keaton, der seinem Schützling unter militärischem Drill ganz schön Beine machen kann. Den „Bad Ass“ kann der immerhin auch mit inzwischen 66 Jahren immer noch, obwohl er unter den Actionstars wohl mittlerweile ebenfalls zum alten Eisen gehören dürfte. Er steht seinem Hauptdarsteller Dylan O’Brien aber gekonnt tatkräftig zur Seite und hat verstanden, dass man die besonders schnellen Nahkampfszenen wohl doch lieber dem jüngeren Nachwuchs überlässt. Gemeinsam liefern sie so ein unschlagbares Duo ab, welches das Tempo bis zum effektgeladenen Showdown immer weiter steigen kann.

    Fazit:
    Den großen Innovationspreis verpasst „American Assassin“ leider, weil der Streifen lieber die Richtung des Agententhrillers einschlägt, statt die des dramaturgisch packenden Rachefeldzugs basierend auf topaktuellen, gesellschaftlich relevanten Themen. Trotzdem bekommen Genrefans hier eine geradlinige, solide und temporeiche Geheimdienst-Story geboten, die über ihre gesamte Laufzeit fesseln kann.

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