A hole in my heart - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    A hole in my heart

    A hole in my heart


    Land/Jahr:
    SWE 2004
    Genre:
    Drama
    Regie:
    Lukas Moodysson
    Darsteller:
    Thorsten Flinck
    Sanna Brading
    Björn Almroth
    Goran Marjanovic
    FSK:
    ab 18 Jahren
    Dauer:
    94 Minuten
    Kaufstart:
    27. Oktober 2011
    Label:
    Legend Films

    Eric hat es in seinem Leben nicht gerade einfach. Er ist nicht ohne Grund ein Außenseiter, hört zurückgezogen in seinem Zimmer harte Noise-Musik und widmet sich seinem einzigen Hobby, der Würmerzucht. Schließlich ist sein Vater ein absoluter Loser, seit die Mutter verstorben ist. Der hängt nämlich nur noch in der Wohnung ab, zockt Videospiele und dreht Amateurpornos mit der jungen Tess – natürlich in Anwesenheit des Sohnes, der seinen Vater und dessen Freund Geko heimlich beim Pornodreh mit Tess beobachtet und nach Wunsch seines Vaters doch am besten gleich mitmachen solle. Doch Eric hat nur im Sinn, sich von den Machenschaften, die ein Raum weiter geschehen, möglichst fernzuhalten und Tess zur Flucht zu bewegen – erst recht, als die beiden Männer sie mit Helm und Baseballschläger zu immer härteren Sexualpraktiken bewegen wollen. Dumm nur, dass diese Versuche fehlschlagen und die Situation schon bald in einem ekelhaften Suff aus Körperflüssigen, Kot und Erbrochenem enden…

    Kritik:
    Dokumentationen über schreckliche häusliche Zustände in der Unterschicht gibt es bekanntlich zu genüge und auch diverse deutsche Privatsender bedienen sich nur allzu gerne dem Scripted Reality, um soziale Zustände noch schlechter darzustellen, als sie überhaupt der Realität entsprechen. Doch statt damit zu provozieren, oder gegen eine bestimmte Bevölkerungsschicht zu hetzen, geht „A hole in my heart“ zwar wertneutraler, aber umso drastischer zur Sache. Das mag unter anderem an den gezeigten Bildern liegen und der extrem harten Thematik.

    Noise-Musik gegen das Chaos
    Im Mittelpunkt steht ein junger, schwarz gekleideter und zurückgezogener Mann, der die Zustände in der Wohnung seines Vaters nicht mehr ertragen kann. Seit seine Mutter bei einem Autounfall ums Leben kann, lebt er schließlich im Suff und muss mit ansehen, wie sein Vater im Nebenraum die härtesten Amateurpornos dreht. Wird er da beispielsweise um ein Glas Wasser gebeten, zögert er nicht lange, das Glas einfach in den Toilettenabfluss zu stecken und ihm eben dieses Wasser anzubieten. Das klingt nun krank und pervers – doch ist diese Anfangsszene nichts im Vergleich zu jenen Szenen, die uns der Vater später noch bietet. Hier gegen hilft dann nur noch eines: Würmer züchten und Noise-Musik hören. Doch die Musik, die hier wie Chaos klingt, wirkt „aufgeräumt“ im direkten Vergleich zum restlichen Zustand der Wohnung. Das ist knallhartes Kontrastprogramm, das seinesgleichen sucht und eine ebenso erschreckende Wirkung hat.

    Ekel-Porno
    Betrachten wir nun die Bilder, welche uns dieser kontroverse Streifen liefert, erinnert er uns doch eher an einen extrem perversen Pornofilm. Ständig nackt drehen die Protagonisten nahezu täglich Amateurpornos auf der Wohnzimmercouch und scheuen sich nicht, ihre Geschlechtsteile auch ordentlich zur Schau zu stellen. Verrückt: Im Gegensatz zu jenen Geschlechtsteilen werden Markennamen auf verwendeten Produkten komplett unkenntlich gemacht – doch die Geschlechtsorgane gibt’s gleich in Nahaufnahme. Damit ist „A hole in my heart“ durchaus nicht mehr weit von einem richtigen Porno entfernt – nur, dass die zu sehenden Bilder den Zuschauer schon bald nicht mehr erregen werden. Immer härter und perverser wird hier die Gangart, die bald in Fäkalien, Essenresten und anderen Körperflüssigkeiten endet. Gänzlich demoliert wird da die Wohnung, die Nahrungsmittel überall auf dem Fußboden verteilt und zu allem Überfluss übergibt sich Geko dann auch noch absichtlich in den Mund der Pornodarstellerin Tess – Nahrung sollte man während der Sichtung also möglichst nicht zu sich nehmen. Übrigens: Damit das eine gewisse Wirkung entfaltet, spielt „A hole in my heart“ mit einem Noise-Soundtrack, schnellen Schnitten und kurzen Ekel-Einblendungen. Doch was für die einen perverses ekelhaftes und knallhartes Kontrastprogramm ist, dürfte den anderen wie ein anstößiger Schwachsinns-Porno erscheinen. So viel sei also gesagt: Man muss sich hierauf einlassen können.

    Fazit:
    Für die einen geniales perverses Kontrastprogramm, für die anderen nur Schwachsinn mit Pornoszenen: „A hole in my heart“ spielt nicht nur mit experimentellen Schnittmethoden, sondern provoziert mit den ekelhaftesten sozialen Abgründen, die wir je gesehen haben. Damit wird der Film sicher auf geteilte Meinungen stoßen.