• Startseite|
  • News|
  • Games|
  • Kino|
  • Bücher|
  • Verlosung|
  • Partner|
  • Impressum
  • Review

    Girl on the third floor

    Girl on the third floor


    Land/Jahr:
    USA 2019
    Genre:
    Horror
    Regie:
    Travis Stevens
    Darsteller:
    Phil Brooks
    Trieste Kelly Dunn
    Sarah Brooks
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    92 Minuten
    Kaufstart:
    2. April 2020
    Label:
    Tiberius Film

    Don ist gerade erst in ein altes Haus in der Vorstadt gezogen und wollte eigentlich damit beginnen, es für seine Familie und das kommende Baby zu renovieren. Das gestaltet sich allerdings überaus schwierig, denn das widerspenstige Gebäude scheint partout etwas dagegen zu haben, repariert zu werden. Ein wenig Abwechslung schafft ihm da lediglich die hübsche Sarah aus der Nachbarschaft. Kaum im eigenen neuen Haus verführt, beginnt für Don allerdings ein wahrer Alptraum. Der Familienvater gerät zunehmend in den Sog des Wahnsinns und muss die Geschichte des Hauses am eigenen Leib erfahren. Hier nämlich ging und geht einiges nicht mit rechten Dingen zu…

    Kritik:
    Das gute alte Haunted House-Genre gehört wahrscheinlich zu den klassischsten Varianten des Horrorgenres. Seit vielen Jahrzehnten gruselten sich Fans durch Poltergeister und knarzende Häuser, die sich selbstständig machten. „Girl on the third floor“ gesellt sich ebenfalls in diese Reihe ein – versucht aber einen etwas anderen Weg.

    Das Haus ist eine Schlampe
    Die übliche Herangehensweise an die dazugehörige Story ist über die Jahre schließlich etwas ausgelutscht. In den meisten Fällen verbarg sich bei den Genreklassikern ein schreckliches Schicksal voller Todesfälle in einem solchen Haus, das – heutzutage völlig vorhersehbar – natürlich von den Geistern der Toten heimgesucht wird. Kein Wunder also, dass eine andere Hintergrundstory her muss und da setzt „Girl on the third floor“ zunächst auf interessante Weise an: Dieses Mal soll es sich bei dem Haus auf den ersten Blick nicht um ein altes Grab handeln, sondern um ein ehemaliges Freudenhaus. Da fügt sich auch die hübsche Sarah Yates gut ein, die hier als Personifizierung der Persönlichkeit des Hauses in Erscheinung tritt und anstelle eines Poltergeistes eher eine wandelnde Hure des einst verlassenen Freudenhauses darstellt. Zumindest eines muss man „Girl on the third floor“ lassen: Originell ist das durchaus.

    Der Ekel des Schleims
    Damit allerdings bedient sich auch der Horror des Films gänzlich anderen Elementen: „Girl on the third floor“ erzeugt seinen Grusel weniger durch die unheimliche Bedrohung in den Gemäuern, als viel mehr durch einen gewissen Ekelfaktor. In Anlehnung an die Körperflüssigkeiten der ehemaligen Huren und ihrer Freier muss sich Don schließlich mit allerlei widerlichen schleimigen Flüssigkeiten herumschlagen. Da kommt dunkler, dreckiger Schleim ebenso aus den Löchern des Hauses und der Spüle, wie heller, ein wenig an Sperma erinnernder Schleim aus der Steckdose und der Dusche. Und wenn die Hauptfigur dann genüßlich mit ihrer Hand in eben diesem Schleim herumwühlt, möchte man zugegebenermaßen ungern mit dem Darsteller tauschen. Eine gewisse Perversion bringt „Girl on the third floor“ also ohne Zweifel mit.

    Viele Metaphern, wenig Horror
    Leider allerdings – und das ist zugleich der größte Kritikpunkt an diesem Horrorfilm – wirkt sich das insgesamt negativ auf den eigentlichen Horror aus. Von dem nämlich gibt es insgesamt recht wenig, denn „Girl on the third floor“ braucht auch eine ganze Menge Zeit, um überhaupt einigermaßen in Fahrt zu kommen. Zu viel Zeit wird damit verschwendet, Phil Brooks bei der Renovierung seines Hauses zuzuschauen oder ihn mit der hübschen „Nachbarin“ herummachen zu lassen. Wenn Brooks hingegen gerade nicht in schleimige Flüssigkeiten hineingreifen darf, gibt es Grusel und Horror praktisch nicht zu sehen. Daran ändern auch mysteriös umherrollende Murmeln rein gar nichts. Und da „Girl on the third floor“ obendrein auch daran scheitert, ein stimmiges und unheimliches Setting zu inszenieren, da der Streifen lieber ein belangloses Haus von Nebenan als Kulisse verwendet, lässt auch die richtige Atmosphäre leider auf sich warten.

    Fazit:
    Die Grundidee eines ehemaligen Freudenhauses, das sich im „Haunted House“-Stil verselbstständigt und voller Metaphern seine widerlichen Körperflüssigkeiten wieder ausspuckt, könnte man sicherlich als originell bezeichnen. Leider scheitert „Girl on the third floor“ jedoch an einem passenden Setting und den langweiligen Gruselmomenten.

    Kommentare und Pings sind derzeit nicht erlaubt..