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    Nine Miles Down

    Nine Miles Down


    Land/Jahr:
    USA / GB 2009
    Genre:
    Horror / Thriller
    Regie:
    Anthony Waller
    Darsteller:
    Adrian Paul
    Kate Nauta
    Meredith Ostrom
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    83 Minuten
    Kaufstart:
    29. Januar 2010
    Label:
    Koch Media


    In der Wüste der Sahara ist kein Durchkommen mehr. Es herrscht ein starker Sandsturm, die Sicht ist extrem eingeschränkt, von allen Seiten kann man den heulenden Wind hören, der wie Kindergeschrei klingt und auch die Sinneswahrnehmung lässt unter der hohen körperlichen Belastung allmählich nach. Doch sobald der Tag anbricht, würden die meisten unter der glühenden Hitze der Mittagssonne zusammenbrechen. So ist es für Jack, der beim örtlichen Sicherheitsdienst angestellt ist, keine leichte Aufgabe, nach dem Rechten zu sehen, wenn er Nacht für Nacht in einem der Fabrikgebäude, oder gar in seinem Auto übernachten muss. Umso unglaublicher wirkt es für ihn dann, als plötzlich eine leicht bekleidete, attraktive Blondine joggend an einem der Gebäude auftaucht. Für sie scheint es ein Leichtes, mit der Hitze zurecht zu kommen. Dumm nur, dass die Mitarbeiter der nahegelegenen Bohranlage, die allesamt glaubten, von Poltergeistern und Dämonen umgeben zu sein, auf mysteriöse Weise ums Leben kamen – nur sie ist die einzige Überlebende. Doch da ahnt er noch gar nicht, wen er womöglich wirklich vor sich hat…

    Kritik:
    Ein Leben in der Wüste ist sicher nicht leicht. Sandstürme machen einem das Leben schwer, manchmal begegnen wir sogar richtigen Wirbelstürmen aus Sand, wenn der Wind mal wieder sein Unwesen treibt. Wenn zudem die Sicht stark eingeschränkt ist und in der regelrechten Sandwand, so manches Objekt, wie ein Mensch aussieht, bietet das reichlich Stoff für eine gruselige Atmosphäre. Denn während einem nicht bewusst ist, ob manche Dinge lediglich der Vorstellungskraft entsprungen sind, sorgt der heulende Wind für eine nervenzerreißende Stimmung. Wenn man genauer hinhört, könnte man meinen, es seien Kinder, die mit ihren hohen Stimmen schreien, als hätten sie starke Schmerzen. Da kann sicher so mancher wahnsinnig bei werden, sodass man beginnt in jedem Spiegel seinen Feind zu entdecken und nachts Alpträume bekommt. So geht es auch Jack in „Nine Miles Down“, der beim Sicherheitsdienst auf Patrouille ist und in der Wüste nach dem Rechten schauen muss. Gelegentlich treiben nämlich mal die Araber ihr Unwesen, die nicht einmal vor religiösen Opferritualen zurückschrecken und dabei Tierkadaver hinterlassen. Außerdem muss er doch sichergehen, dass in den Fabriken alles glatt läuft. In der Bohranlage ist aber genau das leider nicht der Fall. Es scheint so, als würden Gase aus den Tiefen der Löcher ausdringen und die wissenschaftliche Mannschaft der Anlage ist dabei ums Leben gekommen. Bis auf die schöne Jayde, die als Einzige überlebt hat und scheinbar nur darauf wartet, endlich abgeholt zu werden. Doch Jack muss schließlich die Stellung halten und entschließt sich, stattdessen bei ihr zu bleiben. Doch längst gehen Gerüchte über einen weiblichen Dämon um, der Männer verführt – und Jayde scheint genau in diese Rolle zu passen. Doch was so simpel klingt, ist auf den zweiten Blick gar nicht so linear, wie manche glauben könnten. In „Nine Miles Down“ geht es nämlich keinesfalls um einen religiös motivierten Horrorstreifen, bei dem Dämonen ihr Unwesen treiben. Stattdessen entpuppt sich der Film als eine Mischung aus Horror und Thriller, mit einer atemberaubenden Atmosphäre. Wer aufmerksam gelesen hat, wird bereits festgestellt haben, dass der Film pingelig genau auf die kleinsten Details achtet. Die hervorragende Soundkulisse, während der Sturm unheimliche Geräusche macht, paart sich mit einem beeindruckenden Setting mitten in der Sahara, bei dem man vor lauter Sand kaum mehr als 10 Meter sehen kann. Die Atmosphäre, die dabei entsteht, ist wahrlich überwältigend und gruselig zugleich. Denn für den Zuschauer ist ebenso unklar, ob die Handlungsstränge auf einen Dämon, oder auf verdrehte Sinneswahrnehmungen zurückzuführen sind, wie dem Hauptprotagonisten Jack. Ziemlich schnell bekommt Jack nämlich schreckliche Halluzinationen, sieht Blut das von der Decke tropft, bekommt Visionen über den Tod seiner Familie und wird sich im Spiegel vor sich selbst erschrecken. Ist es wohl nur sein Kopf, der ihm schon lange einen Streich spielt, oder geht tatsächlich etwas Merkwürdiges vor? Wer ist schließlich die Frau und warum war offiziell keine weibliche Person in dem Team? Die Umstände sind mysteriös und „Nine Miles Down“ noch dazu höchst durchdacht. Trotz der vielen Unklarheiten, entstehen nämlich nie Logikfehler. Alles scheint schlüssig und so unglaublich zugleich. Das macht den Film natürlich bis zum Ende spannend und mitreißend, denn schon lange hat kein Horrorfilm mehr so gefesselt, wie es „Nine Miles Down“ schafft. Da macht es auch überhaupt nichts mehr, dass manche Horrorszene einfach ein wenig zu früh auftaucht und die CGI-Effekte nicht immer ganz perfekt aussehen. Solange es übrigens nicht um CGI geht, ist „Nine Miles Down“ außerdem handwerklich perfekt. Seien es die Details, die irgendwo am Rande der Kulisse herumliegen, oder die gelungenen Szenen, die den Wahnsinn von Jack verdeutlichen. Besonders eindringlich ist dabei eine Szene, in der Jack plötzlich vor einem Spiegel steht und sich vor seinem bösen Ich erschreckt. Eigentlich sind zwei Spiegel in dem Raum. Genau gegenüber ist noch einer, sodass das Bild im Spiegel noch einmal gespiegelt wird, was sich bis ins Unendliche wiederholt. Und doch sieht er nicht sich in dem Spiegel. Er sieht das genaue Gegenteil von ihm. Ein Mann mit einer Waffe, der ihn bedroht. Und plötzlich sieht er, wie am Ende der Spiegelung jemand erschossen wird – und dieser Schuss kommt von Spiegel zu Spiegel immer näher. Eine wahnsinnig detailvolle und gelungene Szene, die einem länger in Erinnerung bleiben wird. Hinzu kommen außerdem einige interessante Actionszenen ab Mitte des Films. Plötzlich dämmert es Jack so langsam, wen er dort eigentlich vor sich hat und zögert nicht, sich zu bewaffnen. Zwar bekommen wir hier keine groß angelegten Schlachten zu sehen, doch die Action in kleinem Rahmen ist umso intensiver. Immerhin ist „Nine Miles Down“ eigentlich ein Kammerspiel mitten in der Wüste. Ein Großteil des Films wird nur von zwei Personen gespielt: Jack und Jayde – alle anderen sind lediglich via Funk erreichbar. Doch genau das verdeutlicht die Aussichtslosigkeit der Situation. Insgesamt ist „Nine Miles Down“ also ein äußerst subtiler Horror-Trip, bei dem jede Emotion des Protagonisten perfekt und intensiv nachempfindbar ist – das lässt selbst die hartgesotteneren Filmfans nicht kalt…

    Fazit:
    Atmosphärischer und packender Horror-Thriller, der genauestens auf jedes Detail achtet und enorm mitreißen kann.