50 Shades of Grey - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    50 Shades of Grey

    50 Shades of Grey


    Land/Jahr:
    USA 2015
    Genre:
    Erotikdrama
    Regie:
    Sam Taylor-Johnson
    Darsteller:
    Dakota Johnson
    Jamie Dornan
    Jennifer Ehle
    Luke Grimes
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    128 Minuten
    Kaufstart:
    18. Juni 2015
    Label:
    Universal Pictures

    Eigentlich wollte die Literaturstudentin Anastasia nur ein Interview für ihre Freundin führen, als sie im wahrsten Sinne des Wortes in das Büro des reichen Industriellen Christian Grey stolpert. Doch das Mauerblümchen, das mit ihrem alten VW Käfer bisher vollkommen zufrieden war, ist von dem mächtigen und dominanten Mann schnell eingeschüchtert und bekommt kaum ein Wort mehr heraus. Der allerdings dafür umso mehr, fühlt er sich ihr doch schnell hingezogen, auch wenn ihm zugleich bewusst ist, dass sie womöglich nicht unbedingt die Art Partnerin ist, nach der er sucht. Doch wo die Liebe hinfällt, lässt sich nicht so leicht kontrollieren, was unweigerlich dazu führt, dass er das junge unerfahrene Mädchen, das sich kaum zu widersetzen weiß, prompt zu seiner Gespielin im geheimen SM-Spielzimmer macht. Dass er beruflich stark von ihrer Verschwiegenheit abhängig ist und seine sexuellen Vorlieben gar so weit gehen, dass er gleich einen schriftlichen Vertrag vereinbaren möchte, macht ihre Beziehung nicht gerade einfacher. In ein völlig neues Leben hineingefallen, weiß sie allerdings schon bald nicht mehr, ob sie tatsächlich mit dieser Art von Sexualität tatsächlich einverstanden ist…

    Kritik:
    Der erotische Bestseller-Roman „50 Shades of Grey“ gehört wohl zu den am meisten diskutierten Schriften der vergangenen Jahre. Das soll insbesondere daran liegen, dass er von expliziten sexuellen Beschreibungen gerade zu überläuft. Man hat also einen regelrechten Skandalfilm von der Romanverfilmung erwartet, die mit SM-Praktiken und schlüpfrigen Details nicht mehr ganz jugendfrei sein soll. Doch können sich solche Erwartungen bei einem Mainstream-Hollywoodstreifen wirklich erfüllen?

    Telenovela in Hochglanzoptik
    Zumindest tut sich „50 Shades of Grey“ schnell schwer damit, wirklich den richtigen Grat dafür zu finden, was er zeigen kann, ohne zu weit zu gehen. Die Klischees, die natürlich auf dem Buch basieren, sind dabei schnell offensichtlich und schießen vielleicht ein bisschen über das Ziel hinaus. Hier geht es also um ein unerfahrenes Mauerblümchen, das sich in den reichen dominanten Geschäftsmann verliebt, mit dessen Vorlieben sie schon bald überfordert ist. Das Problem dabei sind allerdings bereits – und eigentlich besonders – zu Beginn des Films die beiden Hauptdarsteller, die ihre Klischees so dermaßen übertreiben, das es geradezu peinlich anmutet. „50 Shades of Grey“ macht nämlich ein bisschen den Eindruck von einer typischen Fernsehtelenovela – nur der hollywoodtypische Hochglanzlook mag dazu nicht so recht passen. Doch dass das unerfahrene kleine Mauerblümchen ausgerechnet einen uralten VW Käfer fährt, geradezu wortwörtlich in das Büro hereinstolpert und von dem glatt gestylten Anzugträger so eingeschüchtert ist, dass sie kaum ein Wort heraus bekommt, treibt die Klischees derartig auf die Spitze, dass der Zuschauer beinahe in Gelächter ausbrechen möchte. Ernstnehmen kann man die beiden Hauptdarsteller eigentlich nicht und das ist überaus schade.

    Der gestörte Sadist
    Dabei funktioniert „50 Shades of Grey“ im Ansatz ganz gut. Zumindest in Hinblick auf die Kameraführung, Inszenierung und Bebilderung. Man kann dem Erotikdrama sicherlich nicht absprechen, dass seine Szenen durchaus einen erotischen Reiz haben und vermutlich beide Geschlechter optisch recht gut ansprechen. Hier ist der Film aber fast schon zu perfekt. Er macht den Eindruck, als zeige er ein perfekt gestelltes audiovisuelles Fotoshooting und nicht die raue Realität der SM-Praktiken. Eigentlich ist der Streifen schon viel zu soft, wenn der „Dom“ seiner Sklavin mit der Peitsche sanft über den nackten Körper streift. Ja, zugegeben: Es gibt hier viel zu sehen, doch echte Freunde des SM werden wahrscheinlich vor Verweichlichung geradezu den Kopf schütteln. Allerdings dürfte dies nicht unbedingt das Hauptproblem sein, sind echte SM-Liebhaber vermutlich eher sogar erbost darüber, wie „50 Shades of Grey“ ihre Vorlieben darstellt. Obwohl zunächst zum Vergnügen und zur Erregung wird der SM-Liebhaber Christian Grey doch zunehmend als gestörter Gewaltfetischist dargestellt, der eher Spaß daran hat, Menschen zu erniedrigen und offensichtlich dieser Vorliebe nur nachgeht, weil er traumatische Erfahrungen in der Kindheit gemacht hat. Keine Darstellung, die echte „Doms“ allzu erfreuen dürfte. Immerhin: Die Dramatik in diesem Konflikt hat durchaus ihren Reiz und verleiht dem Streifen eine gewisse Spannung. Dumm nur, dass der Film an dieser Stelle schon fast wieder zu Ende ist.

    Fazit:
    Obwohl das heiß diskutierte Erotikdrama optisch zu funktionieren weiß, scheitert es an auf die Spitze getriebenen Klischees, geradezu peinlichen Hauptdarstellern und einer wohl zu negativen Darstellung gewisser sexueller Vorlieben. „50 Shades of Grey“ bietet also bestenfalls was fürs Auge und bleibt selbst da überraschend soft.

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