211 – Cops under fire - Kritik – Virtual DVD Magazine
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    211 – Cops under fire

    211 – Cops under fire


    Land/Jahr:
    USA 2017
    Genre:
    Action
    Regie:
    York Alec Shackleton
    Darsteller:
    Nicolas Cage
    Dwayne Cameron
    Amanda Cerny
    Weston C. Cage
    Michael Rainey
    FSK:
    ab 16 Jahren
    Dauer:
    87 Minuten
    Kaufstart:
    23. Oktober 2018
    Label:
    EuroVideo

    Die erfahrenen Polizisten Mike Chandler und Steve MacAvoy haben normalerweise eher einen ziemlich langweiligen Alltag, in dem sie Diebe festnehmen und auch mal Falschparker kontrollieren. Dass sie am heutigen Tage allerdings einen Schüler mit auf Streife nehmen sollen, der seinen Mitschüler geschlagen hat, ist für die beiden unter diesen Umständen fast schon eine willkommene Abwechslung. Dumm nur, dass ausgerechnet dieser Tag vielleicht einer der härtesten Tage ihrer ganzen Karriere werden soll. Einer der heutigen Falschparker stellt sich schließlich als Mitglied einer vierköpfigen Truppe aus Bankräubern heraus, die gerade in diesem Moment die Bank überfallen und ohne Vorwarnung das Feuer eröffnen. Doch, was die Beamten noch nicht ahnen: Bei dieser Truppe handelt es sich auch noch um ehemalige, schwerbewaffnete und hochprofessionelle Soldaten, die es bei Bedarf mit einer ganzen Armee aufnehmen könnten. Nun liegt es an den beiden Polizisten, nicht nur den Bankraub zu verhindern, bis endlich die Verstärkung eintrifft, sondern auch noch ihren minderjährigen Begleiter vor dem Kugelhagel zu beschützen…

    Kritik:
    Die großen Glanzzeiten des Hollywoodstars Nicolas Cage scheinen zunehmend vorbei zu sein. Inzwischen ist der Schauspieler bekannt dafür, jede noch so kleine und unbedeutende Rolle in so manchem B-Film anzunehmen und dadurch zahlreiche Streifen in jedem Jahr abzuliefern. Auch „211“ scheint auf den ersten Blick ein solcher zu werden.

    Ein langsamer Nicolas Cage
    Hat immerhin mancher Zuschauer im Hinblick auf die vergangenen Leistungen von Nicolas Cage noch immer große Erwartungen, können die ersten Minuten von „211 – Cops under fire“ jene Erwartungshaltung schon ziemlich trüben. Optisch eher an einen geradlinigen B-Actionfilm erinnernd, fällt es vor allem dem Plot des Streifens doch anfangs schwer, tatsächlich zu überzeugen oder gar Sinn zu ergeben. In einer scheinbar wahllos aneinandergereihten Einführung möchte uns der Actionfilm zwar sowohl an die Bösewichte, als auch an die Persönlichkeit der beiden Polizisten und ihres Begleiters heranführen, schafft aber nicht den notwendigen charakterlichen Tiefgang, um die Figuren interessant zu machen. Das mag auch an der zunächst lustlos erscheinenden Darstellung von Nicolas Cage liegen, der sich in den einfachen Situationen des Polizeialltags anfänglich zu langweilen scheint und starke Mimik vermissen lässt. Kein Wunder, dass „211“ auf diese Weise tatsächlich eine gute halbe Stunde braucht, um richtig in Fahrt zu kommen.

    Figuren ohne Profil
    Der eigentliche Lichtblick ist dann doch eher sein Kollege Dwayne Cameron, der immerhin ein wenig Spaß an dieser Rolle zu zeigen bereit ist. Schade ist da lediglich, dass es dem Drehbuch kaum gelungen ist, die Figur ein wenig interessanter zu gestalten: Mit der klassischen Story um ein Polizisten-Melodram um einen werdenden Vater, der in seinem Berufsalltag vielen Risiken ausgesetzt ist, übertreibt es „211“ womöglich doch etwas zu sehr mit den Klischees. An eigenen Ideen mangelt es schließlich enorm: Insgesamt wirkt der Film von York Shackleton, wie bei zahlreichen anderen Genrevertretern zusammen kopiert: Da spielt es fast schon keine Rolle mehr, ob es um den zu belehrenden Jugendlichen geht, der natürlich in der Schule nur gemobbt wird, oder um die ziemlich oberflächlich und austauschbar erscheinenden „Bärtigen mit Waffen“, die sich über die Bank hermachen und eigentlich über kein nennenswertes Profil verfügen. Shackleton gelingt es praktisch zu keinem Zeitpunkt, die Figuren interessant genug zu machen, um sie nicht durch jeden beliebigen anderen Darsteller ersetzen zu können – was zugleich auch einer der vielen Gründe ist, wieso „211“ über ein schwaches B-Film-Niveau nur selten hinaus kommt.

    Ein gelungenes Duo
    Bis auf eben Dwayne Cameron, der mit seinen schauspielerischen Leistungen ein wenig hervorsticht, und spätestens nach der Hälfte der Laufzeit auch eine andere wichtige Funktion übernimmt: Das Zusammenspiel mit Nicolas Cage funktioniert an dieser Stelle nämlich überraschenderweise so gut, dass Cameron seinen Kollegen Cage doch noch einmal etwas fordern und ihm einige Emotionen entlocken kann. Immerhin versucht es „211“ dann schließlich voll und ganz auf der emotionalen Schiene, was ganz gut funktioniert, sobald Camerons Rolle in Bedrängnis gerät oder der junge Mitfahrer eine mitfühlende Persönlichkeit benötigt. Man merkt manchmal doch recht schnell: Nicolas Cage ist eigentlich ein Darsteller, der richtige Charakterrollen benötigt, in denen er seiner Figur echte Emotionen verleihen kann, denn sobald genau das von ihm gefordert wird, scheint Cage zunehmend aufzutauen und ein wenig in die Gänge zu kommen. Gut, wenn ein Kollege an Bord ist, der dazu offensichtlich bestens in der Lage ist. Letztendlich bekommt „211“ dadurch also etwa zur Mitte hin noch einmal die Kurve und kann das Publikum immerhin mitreißen, wenn es sich darauf einlässt. Schade, dass der Streifen bis dahin leider viel zu viel falsch macht.

    Fazit:
    Seitdem Nicolas Cage dafür bekannt ist, jede noch so einfache und unbedeutende Rolle anzunehmen, verwundert es nur wenig, dass sich auch „211“ unter seinen zahlreichen B-Filmen einreiht. Dabei wird mehr als deutlich, dass Cage zu guten Leistungen in der Lage ist, sobald seine Rolle gefordert wird und er sich als Schauspieler nicht mehr langweilt. Leider passiert das in diesem Fall aber viel zu spät, um ihm die anfängliche Lustlosigkeit nicht zu sehr anzumerken. Lässt man sich dennoch auf diesen Streifen ein, bekommt man in der zweiten Hälfte immerhin einen emotional funktionierenden, grundsoliden Actionstreifen.

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